Zucker – Eine Gefahr für unsere Gesundheit?

In der heutigen Zeit ist der menschliche Konsum von Zucker so hoch wie nie zuvor. Zwar gibt es bereits mehrere tausend Jahre vor Christus vom Zuckerrübenanbau Belege für den Fund und Anbau von Zuckerrüben, doch die heutige Verwendung, Herstellung und Bedeutung von Zucker gibt es erst seit gut 100 Jahren.

Wurde Zucker jahrtausendelang lediglich aus Zuckerrüben und später aus Honig gewonnen, begann mit der einsetzen Industrialisierung in Europa auch die künstliche Herstellung von Zucker. Zuvor galt dieser auch in der Gesellschaft als ein Luxusgut für die Wohlhabenderen. Infolge der Industrialisierung und dem allgemeinen Fortschritt der maschinellen Produktion sank der Zuckerpreis jedoch immer weiter und Zucker entwickelte sich zu einem alltäglichen Genussmittel für alle Gesellschaftsschichten.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt waren es auch die ersten Wissenschaftler und Mediziner, die die hohe Gefahr für die menschliche Gesundheit erkannten, die von Zucker ausgeht. Und genau diese Gefahren wollen wir hier einmal ein wenig beleuchten.

Die gesundheitlichen Risiken von Zucker

Vor etwas mehr als 20 Jahren lang der jährliche Zuckerkonsum durchschnittlich bei etwa 40 kg pro Person. Mitte des 19. Jahrhunderts waren es noch etwa 0,25 kg. Aus diesen Zahlen lassen sich vermehrt Gründe für die erhöhte menschliche Anfälligkeit gegenüber diversen Krankheitsbildern im Laufe der letzten 150 Jahre herleiten. Ursache für diesen deutlich erhöhten Konsum ist hauptsächlich die Globalisierung, die mittlerweile vor allem in wohlhabenderen Industriestaaten für die Existenz unzähliger Supermärkte verantwortlich ist.

Zunächst wäre da die Fettleibigkeit. Zucker ist eine Art von Kohlenhydrat, und dazu noch ein leichtverdauliches. Kohlenhydrate werden vom Körper in großen Teilen zu Fett verarbeitet, das sich an verschiedenen Körperstellen ansetzt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Fettreserven, die der Körper bei einem eventuellen Mangel an Kohlehydratzufuhr zur Verbrennung nutzen kann. Vor allem unsere Muskeln brauchen das Fett zur Kraftgewinnung. Doch auch die Notwendigkeit von Fettreserven ist durch die o.g. Globalisierung stark zurückgegangen, weshalb das Fett bei vielen Menschen gar nicht mehr wirklich verarbeitet wird, sondern immer neuen Zuwachs durch eine kohlehydrat- und zuckerreiche Ernährung bekommt. Mögliche Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit sind nicht selten Herz- und Kreislaufprobleme, da auch die Blutbahnen durch den vielen Zucker und das viele Fett irgendwann verstopfen können.

Eine weitere nicht weniger gefährliche Nebenwirkung, die der erhöhte Zuckerkonsum auf den menschlichen Körper hat, ist ein stark erhöhtes Risiko von Diabetes. Diese Krankheit kann sich im Laufe der Zeit einstellen, wenn entweder die Bauchspeicheldrüse durch eine Autoimmunreaktion geschädigt wird oder der Körper irgendwann eine Insulinresistenz entwickelt. Beide Reaktionen des Körpers sind jedoch nachweislich auf Zucker und Kohlenhydrate zurückzuführen. Infolge einer Diabeteserkrankung erhöht sich meist der Blutzuckerspiegel und daraus resultierend auch der Insulinspiegel. Heißhunger, Schlafprobleme und Stoffwechselstörungen sind nur einige der vielen möglichen Nebenwirkungen, die teils erhebliche Nachteile im alltäglichen Leben nach sich ziehen.

Wie kann Zucker die Zähne schädigen?

Die Gefahr von Zucker für die Zähne geht eigentlich von den Bakterien aus, die sich auf den Zähnen ansammeln. Diese Streptococcus Mutans genannten Bakterien lagern sich auf dem Zahnschmelz ab und verursachen eine chemische Reaktion, durch die die Zuckermoleküle im Zahnbelag zu Säuren umgewandelt werden. Diese Säuren veranlassen einerseits nicht nur die Bildung einer dicken Plaque-Schicht auf dem Zahnschmelz, sondern auch eine Entkalkung des Zahnschmelzes, wodurch dieser angreifbarer für die Bakterien wird und ihnen als neue Nahrungsgrundlage dient. Infolgedessen können sich die Bakterien durch die – aus ihrer Sicht – schützende Plaque-Schicht ungehindert in Richtung der Zahnwurzel durch den Zahnschmelz und das darunterliegende Dentin fressen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Zahnkaries.

Einer der großen Nachteile, wenn man es überhaupt noch als einen solchen bezeichnen kann und nicht sogar schon als starke Einschränkung des alltäglichen Lebens, sind die meist unerträglichen Schmerzen, die Karies zur Folge hat, sobald sie sich bis zur Zahnwurzel gefressen hat. Jede Zahnwurzel beinhaltet nämlich einen Nerv, der auf jeden noch so kleinen Reiz mitunter stark reagiert. Über dieses Phänomen haben wir auch in einem anderen Blogartikel schon ausführlich berichtet.

Wie kann einem erhöhten Zuckerkonsum entgegengewirkt werden?

Eine weitere mögliche Nebenwirkung eines erhöhten Zuckerkonsums in Form einer sich entwickelnden Zuckersucht ist zurzeit Gegenstand von Studien und wissenschaftlichen Experimenten. Es spricht jedoch einiges dafür, dass die Aufnahme von Zucker eine weitere, später erfolgende, erneute Aufnahme von Zucker begünstigt. Daher kann man auf psychologischer Ebene schon von sucht- und abhängigkeitsähnlichen Symptomen sprechen. Dies macht es jedoch für viele Menschen schwer bis fast unmöglich, den Zuckerkonsum auf ein Minimum zu beschränken, da es sie sozusagen immer wieder überkommt. Gefördert wird diese Einstellung unter anderem durch die massenhafte Werbung für Schokolade und Süßigkeiten jeglicher Art, die auch Zucker-Entsagern jederzeit wieder ins Bewusstsein ruft, dass Zucker immer und überall zu bekommen ist.

Zucker an sich ist gar nicht mal unbedingt etwas Schlechtes. Denn er versorgt den Körper mit Energie, den er tagtäglich braucht. Aber der Konsum sollte immer sehr bewusst gehalten werden und in Maßen geschehen. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte bereits im Jahr 2003 einen Bericht, nach dem wärmstens empfohlen wird, den täglichen Zuckerbedarf allerhöchstens zu decken, nicht jedoch zu überschreiten, damit oben genannte Risiken und Gefahren nicht zur grausigen Realität werden. Generell können Kohlenhydrate nämlich beispielsweise auch über Weizenprodukte aufgenommen werden, was einen erhöhten Zuckerkonsum überflüssig machen würde. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften muss außerdem auf jedem Lebensmittel dessen Inhaltsstoffe (u.a. Zucker) und wiederum deren Mengen abgedruckt sein, was eine weitere Methode begünstigen kann, den Zuckerkonsum bewusst und gering zu halten.