Zahnstein – Nur eine von vielen Folgen fehlender Zahnhygiene

Und da ist er wieder, dieser blöde, hässliche, braune Fleck auf dem vorderen Schneidezahn, der einfach nicht weggehen will, egal wie hartnäckig du die elektrische Zahnbürste draufhältst, egal wie oft, lange und gründlich du dir die Zähne auch putzt. Dabei dachtest du doch, dass jegliche Essensreste und Rückstände auf den Zähnen wie beispielsweise Kaffee oder Schwarztee durchs Zähneputzen jederzeit entfernt werden können. Und selbst wenn es mal nicht klappt, dann putzt du beim nächsten Mal halt noch etwas hingebungsvoller. Gesagt, getan – und immer noch keine Besserung.

Doch woran liegt das?

Bakterien über Bakterien

Wie so häufig, wenn irgendwelche Probleme an Gebiss und Zähnen auftreten, sind Bakterien an diesem Vorgang maßgeblich beteiligt. Diese befinden sich unter anderem in den Substanzen, die wir zu uns nehmen. Dazu gehören oben genanntes Essen, Tee und Kaffee, Kakao, sogar in normalem Trinkwasser und in der Luft, die wir atmen, sind sie enthalten. Diese Mikroorganismen sind an sich gar nicht mal zwingend schädlich, doch sobald sie mit unseren Zähnen und vor allem Speichel in Verbindung kommen, bekommen sie eine gänzlich neue Lebensgrundlage. Sie setzen sich auf der Oberfläche der Zähne und am Zahnfleisch ab und ernähren sich von den Mineralien, die im Speichel enthalten sind.

Aber auch ohne eine regelmäßige Nahrungsaufnahme (ohne die wir nicht überleben könnten, aber mal rein hypothetisch betrachtet) gibt es eine unzählige Vielfalt an Bakterien, die sich in unserer Mundhöhle befinden. Auch diese sind von Haus aus nicht wirklich schädlich, zumindest nicht für uns selbst. Nichts desto trotz müssten auch in diesem Fall eine regelmäßige Pflege und Hygiene der Zähne stattfinden, damit auch diese Bakterien weiterhin eher an Gaumen und Zunge sowie im Rachen bleiben, anstatt sich an Zähnen und Zahnfleisch abzulagern.

Die Gefahr dabei ist nämlich, dass sowohl die eigenen als auch fremden Bakterien in unserem Mund keinen Unterschied zwischen Speichel, Zahnschmelz und Zahnfleisch machen. Für sie sind es einfach nur organische Substanzen, an denen sie sich gütlich tun können. Daher dauert es bei einer fehlenden Zahnhygiene nicht lange, bis diese Mikroorganismen auch anfangen, die Zähne und das Zahnfleisch anzugreifen und zu beschädigen. Logische Konsequenz daraus ist dabei allerdings auch, dass sie sich infolge der reichlichen Ernährung auch recht schnell anfangen zu vermehren, und zwar exponentiell. Aus zwei Bakterien werden vier, werden acht, werden sechzehn, und so weiter.

Mögliche Folgen der neuen Zivilisation

Es gibt viele verschiedene Konsequenzen, die die ungehemmte Ansammlung von Bakterien an unserem Gebiss nach sich ziehen kann. Zum Beispiel kann es zu sogenannten Löchern in den Zähnen kommen, die entstehen, wenn sich Kariesbakterien immer tiefer in den betroffenen Zahn fressen. Daraufhin kann das Zahninnere, wie beispielsweise Dentin und Zahnwurzel, angegriffen werden, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu starken Zahnschmerzen führt.

Eine andere Möglichkeit ist ein Rückgang des Zahnfleischs, da dieses sich angesichts der hohen bakteriellen Widersacher nicht mehr standardgemäß regenerieren kann. Daraufhin werden auch die Zähne selbst wieder anfälliger, da nun ein größerer Anteil ihrer Oberfläche freiliegt und den Bakterien ausgesetzt ist. Auch Entzündungen am Zahnfleisch sind dann keine Seltenheit mehr, vor allem da selbst bei einer dann einsetzenden Zahnhygiene nur allein mit Bürste und Pasta der bestehende Schaden nicht mehr behoben, sondern nur noch von seiner Verschlimmerung abgehalten werden kann.

Eine der Folgen fehlender oder mangelhafter Zahnhygiene, die eine besondere, störende, psychologische Komponente beinhaltet, ist der sogenannte Zahnstein. Dieser entwickelt sich aus Plaque und Essensrückständen, die nicht entfernt werden. Bleiben sie zu lange ungestört auf der Zahnoberfläche, können sie sich dort festsetzen und mit dem Zahnschmelz eine Symbiose eingehen, fast so wie ein Schimmelpilz. Infolgedessen ist der Zahnstein nur noch sehr schwer zu entfernen, meist geht dies nur unter speziellen Reinigungstechniken bei der professionellen Zahnreinigung, die in Zahnarztpraxen angeboten werden. Was den psychisch bedingten Störfaktor angeht, so ist das Problem die Offensichtlichkeit der brauen Stellen auf den ansonsten weißen Zähnen, was natürlich sofort auffällt und nicht selten für angewiderte Blicke von Fremden und Bekannten sorgt.

Fazit: Schon eine einzige ausgelassene Zahnpflege ist fahrlässig

Die Mikroorganismen, die sich an unseren Zähnen ablagern, sind prinzipiell immer da. Und sie vermehren sich ständig, zu jeder Sekunde. Dementsprechend schädlich können sie sein, wenn nur eine einzige der normalerweise regelmäßig durchgeführten Zahnpflegesitzungen (wie zum Beispiel das tägliche Zähneputzen) ausgelassen wird. Empfehlenswert ist daher, dass du neben der Regelmäßigkeit des Zähneputzens erstens auch die dahingehende Vielfalt bewahrst, nämlich in Form von Zahnseide und Interdentalbürsten, die du zusätzlich zur Zahnbürste verwenden solltest. Zweitens solltest du mindestens alle sechs Monate eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, damit du langfristig nicht nur schöne, sondern auch gesunde Zähne hast.