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Zahnersatz Teil III – Kronen

In unseren letzten beiden Blogbeiträgen zum Thema Zahnersatz ist schon das eine oder andere Mal der Begriff der Zahnkronen gefallen. Mit diesen wollen wir uns im dritten Teil dieser Blogreihe ausführlich beschäftigen.

Zunächst muss allerdings eine Unterscheidung gemacht werden:

Zum einen hat jeder menschliche Zahn verschiedene Bestandteile. Im Kiefer, von Zahnfleisch umgeben, sitzt die Wurzel. Diese geht in den Zahnhals über, auf dem dann die sogenannte Zahnkrone sitzt. Der Begriff Krone kommt übrigens daher, dass die natürliche Form einer Backenzahnkrone durch ihre Höcker und die Fissur in der Mitte dem Aussehen einer echten, königlichen Krone ähnelt. Außerdem ist sie der oberste Bestandteil eines jeden Zahns; man könnte in diesem Kontext auch von einem Zahnkopf sprechen, allerdings hat sich dieser Begriff im Laufe der Zeit nicht durchgesetzt und gilt heute schlichtweg als falsch.

Zum anderen spricht man jedoch auch von einer Krone als eine Art des künstlichen Zahnersatzes. Grund dafür ist, dass künstliche Kronen – anders als Implantate oder Brücken – ausschließlich auf noch bestehenden, gesunden Zahnwurzeln installiert werden. Dabei kann es auch möglich sein, dass Teile der natürlichen Zahnkrone noch bestehen und die künstliche Krone nur diese fehlenden Teile ersetzt, im Prinzip also einer Füllung ähnelt. Der Unterschied zu einer Füllung besteht allerdings darin, dass Füllungen von natürlichem Zahnschmelz umgeben werden müssen, welcher sie im Zahngefüge festigt. Künstliche Kronen bringen diese Stabilität schon von sich aus mit.

Materialien für künstliche Kronen

Als Materialien für künstliche Kronen kommen mehrere Substanzen infrage. In den meisten Fällen wird auf eine Legierung aus einem Nichtedelmetall und Gold oder Titan gesetzt, da diese mitunter am günstigsten sind. Die Vorgehensweise, auf Edelmetalle wie Silber, Palladium etc. zu verzichten, ist begründet durch die Anfälligkeit vieler Menschen, allergisch oder anderweitig gesundheitsgefährdend auf diese Stoffe zu reagieren.

Alternativ gibt es allerdings auch die Möglichkeit, Kronen aus purem Gold eingesetzt zu bekommen. Diese rangieren selbstverständlich in einer sehr viel höheren Preisklasse, bringen allerdings auch eine Reihe Vorteile mit sich. Dazu gehören beispielsweise eine gute bis sehr gute Körperverträglichkeit, eine erhöhte Passgenauigkeit (d.h. dass sie leichter und nach dem Puzzleprinzip besser installiert werden können) und eine erhöhte Ästhetik. In den meisten Fällen werden sie nämlich mit einer Keramiklegierung verblendet, damit die künstliche Zahnkrone auch die natürliche Farbe anderer Zähne annimmt und somit im Nachhinein nicht mehr als künstlicher Zahnersatz zu erkennen ist.

Eine weitere Möglichkeit für das Material zur Herstellung einer Krone bietet Keramik in Form einer Vollkeramik-Krone. Der Unterschied zu den ersten beiden Varianten besteht darin, dass diese Kronen keine metallischen Elemente beinhalten, nicht einmal im Kern des Zahns. Stattdessen ist der Kern ebenfalls aus Keramik und wird zusätzlich mit einer Keramikverblendung überbrannt. Somit entsteht die natürlichste Farbästhetik, die Zahnersatz haben kann.

Installation einer künstlichen Krone

Damit eine Krone als Zahnersatz hergestellt werden kann, muss zunächst ein 3D-Modell des restlichen Gebisses angefertigt werden. Nur so kann der Zahnarzt oder Kieferorthopäde in Zusammenarbeit mit dem Zahnersatzhersteller sicherstellen, dass die Krone die exakte Form erhält, die sie haben muss um andere Zähne nicht zu gefährden. Dazu gehören neben den benachbarten Zähnen auch die gegenüberliegenden Zähne.

Die Gefahr, die nämlich besteht, falls die Krone falsch angefertigt und/oder installiert wird, ist dass der Zahn die künstliche Krone nicht akzeptiert und im Laufe der Zeit abstößt. Dies geschieht dann entweder durch eine Verschiebung des Zahns im Zahnfleisch, er kann nach allen Seiten hin wandern oder sich sogar verdrehen.

Außerdem kann es passieren, dass unter der Krone noch unentdeckte Lücken oder Höhlen im Zahn sind und sich dort Karies- und andere schädliche Bakterien sammeln können, die dann für den Verfall der natürlichen Bestandteile des Zahns sorgen.

Um solchen Gefahren vorzubeugen, wird vom Zahn meist ein gewisser Anteil abgeschliffen und somit eine eher gerade Ansatzfläche für den Zahnersatz geschaffen.

Für den Fall, dass eine Krone auf einen Zahn gesetzt wird, von dem die ursprüngliche Krone sowie Teile des Zahnhalses bereits fehlen oder freiliegen, geschieht die Behandlung meist unter einer örtlichen Betäubung, damit während der Behandlung keine Schmerzen zu erwarten sind.