Zahnersatz Teil II – Implantate

Vielen Menschen, die bei einer Zahnarztbehandlung über Zahnersatzmöglichkeiten informiert werden, bekommen im selben Atemzug auch eine Empfehlung zu Zahnimplantaten ans Herz gelegt. Doch stellt sich da sehr häufig die Frage: Was sind Zahnimplantate überhaupt? Wie sehen sie aus? Wie funktionieren sie? Wie genau geht die Behandlung vonstatten? Welche Resultate werden beabsichtigt? Welche Risiken gibt es? All dies kann selbstverständlich vom behandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden anschaulich und detailliert erklärt werden, jedoch nehmen sich die Mediziner nicht in allen Fällen auch die Zeit dafür. Schließlich haben sie in vielen Fällen mehr Patienten, als sie an einem Tag behandeln könnten.

Vorbedingungen für eine Behandlung mit Implantaten

Implantate sind eine mögliche Erscheinungsform von Zahnersatz. Das heißt, dass sie dann zum Einsatz kommen, wenn Zähne aus verschiedenen Gründen ausfallen oder gezogen werden müssen. Allerdings gibt es auch andere Zahnersatzmöglichkeiten, wie beispielsweise Füllungen, Brücken oder künstliche Kronen. Für diese ist jedoch eine notwendige Voraussetzung, dass die jeweiligen Zähne, an denen diese Formen des Zahnersatzes zum Einsatz kommen, zum Teil noch vorhanden sind und nicht vollständig fehlen. Im besten Fall steht die Zahnwurzel noch und nur die natürliche Zahnkrone fehlt, entweder ganz oder teilweise.

Implantate können lediglich von Zahnärzten und Kieferorthopäden eingesetzt werden; eine intensive Untersuchung mit etwaiger Behandlung geht diesem Eingriff zwangsläufig immer voraus. Auch sollte man ohne diese Untersuchung und vor allem die darauffolgende Besprechung mit dem behandelnden Arzt oder Orthopäden keine voreiligen Entscheidungen treffen, denn das Einsetzen eines Zahnersatzes will sorgsam überlegt und geplant sein.

Was sind Zahnimplantate und wie werden sie eingesetzt?

Ein Implantat besteht in der Regel aus einer metallischen Schraube mit einer feinen Riffelung. Auf dieser Schraube ist eine fest verankerte Zahnkrone (meist aus Keramik), die im Vorfeld natürlich der genauen Form des fehlenden Zahnes nachempfunden wird.

Im Falle eines Zahnverlusts wird der Zahnarzt oder Kieferorthopäde zunächst die Reste des fehlenden Zahns entfernen, beispielsweise Dentinreste im Zahnfleisch oder Kariesbefall, der sich am Zahnfleisch um das Loch gebildet hat, das der fehlende Zahn zurücklässt.

Infolgedessen wird – zwar behutsam, um Schmerzen zu vermeiden, aber doch mit einem gewissen Druck – die Schraube im Kieferknochen verankert. Schließlich soll sie nicht eines Tages wieder ausfallen oder herauswachsen. Das Einsetzen der Schraube geschieht meist unter einer örtlichen Betäubung. Danach wird auf dem Schraubenkopf die künstliche Zahnkrone fest verankert, damit sie nicht wackeln oder sich verdrehen kann.

Sitzt die Schraube einmal fest im Knochen, wird sie im Laufe der Zeit, meist einiger Wochen, mit dem Kieferknochen verwachsen. Bei diesem Vorgang spricht man auch von Osseointegration. Das regelmäßige Kauen von Nahrung, bei dem die Zähne der oberen Reihe und die der unteren Reihe einen natürlichen Druck aufeinander ausüben, beschleunigt das Verwachsen des Implantats und festigt es so.

Welche Risiken gibt es?

Zunächst muss unterschieden werden zwischen Risiken, die im Verlauf einer Implantats-Operation auftreten können und solchen, die sich erst im Nachhinein bemerkbar machen. Zu denen, die während der Operation in Erscheinung treten – auch intraoperative Komplikationen genannt – zählt beispielsweise die Verletzung der Kiefernerven oder der Nachbarzähne bzw. derer Wurzeln. Auch kann es passieren, dass der Kieferknochen alters- oder krankheitsbedingt nicht so stabil ist wie zunächst vermutet, und beim Einsetzen des Implantats Risse im Knochen entstehen.

Bei postoperativen Komplikationen – also solchen, die erst nach der Operation auftreten – gibt es allerdings nicht weniger gravierende Fälle. Dazu gehört beispielsweise eine Lockerung der Schraube, wenn die Riffelung nicht richtig im Kiefer sitzt, oder ein Bruch der Schraube im Falle eines zu hohen Drucks, der sich auf sie ausübt. Auch die Krone kann unter zu hohem Druck brüchig werden.

Ein weiteres Risiko besteht in Entzündungen, die sich nach dem Einsetzen des Implantats im Zahnfleisch entwickeln. Sie verhindern meist, dass das Implantat richtig verwächst und begünstigen so dessen Verlust. Aus diesem Grund sollte nach einer Implantat-OP regelmäßig eine Nachsorgeuntersuchung angesetzt werden, um Komplikationen dieser Art zu vermeiden oder rechtzeitig behandeln zu können, damit sie keine gravierenden Folgen nach sich ziehen.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Das finanzielle Problem, was Implantate meist mit sich bringen, ist, dass die Kosten dafür meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Zwar gibt es Zuschüsse, die mal mehr oder weniger hoch ausfallen, allerdings hängt dies auch von sogenannten Härtefällen sowie dem jeweiligen Einkommen des Betroffenen ab. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich im Vorfeld bei der Versicherung und dem behandelnden Zahnarzt immer genau zu informieren.