Zahnersatz Teil I – Brücken

Bei manchen Menschen entwickelt sich das Gebiss nicht so, wie sie es sich wünschen, auch wenn sie eine ganze Menge Arbeit in die Gesundheit und gute Erhaltung ihrer Zähne investieren. Dies kann ganz verschiedene, beispielsweise genetisch oder krankheitsbedingte Ursachen haben. Resultat ist jedoch leider, dass das Gebiss dadurch unter Fehlstellungen leiden kann und im Laufe der Zeit sogar ganze Zähne ausfallen können.

Glücklicherweise ist die heutige Medizin, und darunter fällt auch die Zahnmedizin, sehr weit fortgeschritten. Mittlerweile gibt es für so gut wie jedes Problem auch eine Lösung. Was das Problem fehlender Zähne angeht, so spricht man als Lösung vom sogenannten Zahnersatz.

Dieser kann verschiedene Formen annehmen, denn natürlich ist das Gebiss eines jeden Menschen völlig unterschiedlich und im Prinzip erzählt jeder Zahn von jedem Menschen auf der Welt seine eigene Geschichte. Die Voraussetzungen könnten also nicht individueller sein.

Worauf wir uns im ersten Teil unserer dreiteiligen Blogreihe zum Thema Zahnersatz fokussieren wollen, sind die Brücken.

Was ist eine Brücke?

Unter einer Brücke versteht man eine Art des Zahnersatzes, bei dem mithilfe eines Gerüstes (meist aus Metall) eine bis mehrere Zahnlücken geschlossen werden. Zu diesem Zweck braucht es mehrere Voraussetzungen: Zuallererst muss die sogenannte Pfeilerwertigkeit als mindestens ausreichend eingestuft werden.

Als Pfeilerwertigkeit bezeichnet man die Fähigkeit eines noch bestehenden Zahns, als Brückenpfeiler (auch Anker genannt) zu fungieren, also als Stütze für die eingesetzte Zahnersatzbrücke zu dienen. Je fester und gerader ausgerichtet der- oder diejenigen Zähne im Kiefer sitzen, umso höher fällt ihre Pfeilerwertigkeit aus. Auch müssen sie dafür noch vollständig gesund sein; zum Beispiel Kariesbefall oder anderweitige Krankheiten, die den Zahn von innen instabil machen, senken die Pfeilerwertigkeit erheblich.

Man kann dies in etwa mit einer „echten“ Brücke über einen Fluss vergleichen. Ist einer der Brückenpfeiler marode oder instabil, muss er repariert oder ersetzt werden, bevor die Stabilität der Brücke sichergestellt werden kann. Andernfalls droht die Brücke, einzustürzen.

Eine weitere Voraussetzung für das Installieren einer Brücke ist natürlich auch die Gesundheit des Zahnfleisches und des Kieferknochens.

Aus welchen Bestandteilen besteht eine Brücke?

Ähnlich wie bei Implantaten (siehe Teil II der Blogreihe) können auch bei einer Brücke feine Schräubchen in den Kieferknochen gesetzt werden, welche infolgedessen mit diesem verwachsen. Auf diesen Schräubchen wird eine (aus farblichen Gründen meist aus Keramik bestehende) künstliche Zahnkrone befestigt. Diese soll sicherstellen, dass der künstliche Zahn nach Beendigung der Behandlung alle Funktionen des ursprünglichen Zahns übernehmen kann. Dazu gehört neben dem Kauen von Nahrung auch die Fähigkeit der Lautbildung beim Sprechen. Des Weiteren muss sichergestellt werden, dass der künstliche Zahn die ihm gegenüberliegenden Zähne (im anderen Kiefer) bei diesen Funktionen nicht beschädigt. Er muss als fest verankert sitzen und darf sich nicht verschieben, verdrehen oder wieder herauswachsen.

Für den Fall, dass mehrere Zähne in einer Gebissreihe fehlen, kann auch ein Gestell entworfen werden, das den Ersatz für all diese fehlenden Zähne darstellt. In diesem Fall werden die künstlichen Zähne mit oben genanntem Metallgestell miteinander verbunden; es entsteht eine Art zusammenhängendes Bauteil, das der Brücke ihren Namen gibt, da hier mehrere Zähne mithilfe dieses Gestells überbrückt werden.

Der besondere Vorteil der Brücke besteht dabei darin, dass das Metallgestell auch den zwischen den künstlichen Zähnen sitzenden, echten Zähnen eine zusätzliche Stabilität verleiht.

Selbstverständlich gibt es aber auch Brückenformen, wo lediglich eine metallische oder keramische Füllung auf noch bestehende Zahnwurzeln als Pfeiler gesetzt (meist geklebt) wird, die Verschraubung im Kiefer somit nicht nötig ist. Bei einer einzelnen Zahnlücke, wo nur die beiden daneben sitzenden Zähne als Pfeiler dienen, spricht man auch von einer Marylandbrücke, benannt nach der University of Maryland, wo Gus J. Livaditis und Van P. Thompson sie in den 1980ern entwarfen.

Eine weitere Möglichkeit der Brücke ist eine sogenannte Teleskopierende Brücke. Bei dieser Vorgehensweise werden die Zahnersatz-Bestandteile auf eine Art Schiene gesetzt, die dann wiederum fest verankert wird.

Die Diagnose

Für den Fall, dass du unter fehlenden oder unvollständig erhaltenen Zähnen leidest, solltest du in jedem Fall – ungeachtet der Ursachen – so schnell wie möglich einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufsuchen, um dich dort behandeln zu lassen. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die heutige Medizin derart fortgeschritten, dass jedes Problem in kurzer Zeit und unter Vermeidung jeglicher Schmerzen behoben werden kann.