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Wurzelkanalbehandlung – Der Albtraum eines jeden Patienten

Meist passiert es, wenn du gerade nicht einmal daran denkst, dass es überhaupt passieren könnte: Zahnschmerzen in einem Ausmaß, das dich weder schlafen noch klar denken lässt und jede Sekunde deines Tages bestimmt. Dir vergeht die Lust zu lachen, zu essen, zu reden. Selbst rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke können den Schmerz höchstens vorübergehend lindern, aber nicht beenden: Der Grund ist eine Entzündung an der Wurzel des betroffenen Zahns.

Dieser Beitrag informiert dich über die Ursachen, Behandlung und zukünftige Vermeidung von Entzündungen an den Zahnwurzeln.

Karies als Startschuss für Entzündungen

In der Regel lässt sich festhalten, dass in den meisten Fällen von Zahnwurzelentzündungen Karies der Auslöser dafür ist. Diese kann sich durch verschiedene Faktoren entwickelt haben, wie zum Beispiel eine mangelhafte Zahnpflege oder auch Zahnfehlstellungen, die dazu führen, dass kritische Stellen im Gebiss nicht mehr optimal gesäubert werden können und sich daraufhin an diesen Stellen Bakterien und Keime bilden.

Diese Erreger greifen erstmal nur den Zahnschmelz an, also die Außenhülle des Zahns. Während dieses Stadiums ist es noch möglich, potenziellen Schmerzen durch eine gründliche Reinigung vorzubeugen, da der Zahnschmelz als eine dicke Schutzschicht um die Wurzel wirkt und die Karies durch die starke Beschaffenheit des Zahnschmelzes nur sehr langsam nach unten wandern können.

Sollte diese Reinigung jedoch nicht erfolgen, kann sich die Karies jedoch im Laufe der Zeit – im Normalfall einige Wochen bis Monate – durch den Zahnschmelz fressen und das darunter liegende Dentin angreifen, das sehr viel weniger stabil ist und somit auch sehr viel schneller durch Karies zersetzt werden kann.

Doch selbst diese Art der Entzündung kann noch schmerzfrei erfolgen, da der unter dem Dentin liegende Nerv in der Zahnwurzel noch nicht tangiert wird. Erst wenn die Karies sich durch das Dentin gefressen hat und sich Bakterien im Zahnwurzelkanal ansammeln, welche übrigens auch nicht mehr durch eine gründliche Reinigung zu entfernen sind, kann dort ein Schmerzherd entstehen. Dies ist ganz einfach durch die Tatsache bedingt, dass der dort liegende Nerv nun freiliegt und ohne das schützende Dentin sehr viel anfälliger für Schmerzreize wird.

Manchmal kann sich eine Wurzelkanalentzündung auch von unten statt von oben ausbreiten, nämlich bei einer Schädigung des Zahnfleisches, die länger nicht behandelt wird.

Die Behandlung

Sollte es bei dir zu einer Entzündung im Wurzelkanal eines Zahns kommen, ist auf jeden Fall zu empfehlen, dass du sofort zum Zahnarzt gehst, weil sich sonst nicht nur die Schmerzen immer weiter verschlimmern werden, sondern auch der Zahn irgendwann so irreparable Schäden aufweisen kann, dass er vielleicht sogar gezogen werden muss.

Sollte das Ziehen des Zahns noch zu vermeiden sein, geht der Zahnarzt wie folgt vor: Als allererstes erfolgt eine lokale Betäubung, weil eine Behandlung am Zahnnerv ohne Betäubung extreme Schmerzen verursachen würde. Die Betäubung jedoch ist stark genug, um jegliche Reize, die vom angefressenen Nerv zum Gehirn gesendet werden, nicht dort ankommen zu lassen.

Danach kommt es darauf an, ob der Nerv noch vital ist oder bereits devital, also noch funktioniert oder abgestorben ist. In ersterem Fall wird der Kanal gereinigt und mit einer Wurzelkanalfüllung verschlossen. Dafür muss der Zahnnerv eventuell auch entfernt werden; dies hängt von der Schwere der Beschädigung ab. Ist der Nerv bereits abgestorben, wird er in jedem Fall extrahiert und auch hier eine Reinigung und Kanalfüllung durchgeführt. Für die Reinigung werden in der Regel Befestigungsstifte im Zahnkanal angebracht werden, um diesen nicht instabil werden zu lassen. Nach der Reinigung werden die Stifte wieder entfernt.

Ist der Nerv devital, sollte der betroffene Zahn auf jeden Fall behandelt werden. Dies kann auch durch eine Wurzelkanalbehandlung geschehen, allerdings muss zuvor das gesamte entzündete Gewebe entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Wurzelspitzenresektion. Diese wird angewandt, wenn die Wurzelkanalbehandlung keine Erfolge verzeichnet. Funktioniert auch diese Methode nicht, bleibt nur noch die Entfernung des toten Zahns. Dieser wird dann in der Regel durch eine Brücke, ein Zahnimplantat oder eine Prothese ersetzt.

Vorbeugung

In den meisten Fällen, nämlich bei regelmäßigen Untersuchungen vom Zahnarzt, wird einer gefährliche Ausmaße annehmenden Kariesentwicklung schon weit im Voraus entgegengewirkt, indem die Bakterien von der Zahnschmelzoberfläche entfernt und etwaige kariesbedingte Löcher im Zahnschmelz durch Füllungen geschlossen werden.

Eine Wurzelkanalentzündung ist daher so gut wie immer zu vermeiden, wenn du nur regelmäßig den Zahnarzt aufsuchst, um dort eine Untersuchung, eine professionelle Zahnreinigung und Reparaturen bereits entstandener Schäden vornehmen zu lassen.