Überbiss (Prognathie): Folgen, Ursachen und Behandlung

Von einem Überbiss spricht man, wenn der Oberkiefer bei geschlossenem Mund sehr weit über den Unterkiefer hinausragt. Erkennbar ist die Notwendigkeit einer Überbiss Behandlung am Abstand der oberen Schneidezähne von den unteren Schneidezähnen.

Dieser Artikel behandelt die Fehlstellung der Frontzähne aus der Perspektive des zu großen Oberkiefers (maxilläre Prognathie) und der gegenteiligen Betrachtung, wenn der Unterkiefer zu weit hinten und zu klein ist (mandibuläre Prognathie).

Wie eine Prognathie behandelt wird und welche Kosten die Überbiss Regulierung erzeugt, wird ebenso wie die Folgen bei Nichtbehandlung erläutert. Der Überbiss kann verschiedene Ursachen haben und entweder erblich bedingt oder durch ungünstige frühkindliche Angewohnheiten wie Daumenlutschen begünstigt sein.

Wenn sich bereits im Kindesalter ein leichter Überbiss zeigt, sollte die Behandlung nicht bis ins Erwachsenenalter auf sich warten lassen. Mit Blick auf die Folgen einer nicht durchgeführten Überbiss Behandlung und den Schwierigkeiten, die eine Überbiss Korrektur für Erwachsene mit sich bringt, steht die Notwendigkeit des kieferorthopädischen Eingriffs im Kindes- und Jugendalter außer Frage. 

Überbiss: Folgen dieser Zahnfehlstellung

Der reguläre Abstand zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen beträgt zwei Millimeter. Sobald dieser Abstand überschritten wird, ist von einem Überbiss die Rede. Während ein leichter Überbiss im Regelfall keine Probleme verursacht, kann eine größere Zahnfehlstellung, wenn der Unterkiefer zu weit hinten steht, nicht zu unterschätzende Folgen nach sich ziehen.

Überbiss im seitlichen Profil

In diesem Fall neigen Betroffene ohne die notwendige Überbiss Korrektur zur Mundatmung, welche die Infektion der Atemwege begünstigt. Auch nächtliches Schnarchen ist eine Folge der Fehlstellung der oberen Frontzähne und sorgt für Müdigkeit durch das Ausbleiben des erholsamen Schlafs.Bei Stürzen und Unfällen sind die Schneidezähne besonders gefährdet, da ihnen der Halt der unteren Schneidezähne fehlt. Der kräftige Biss in einen Apfel oder ins Brot ist nur erschwert möglich. Sollte die Prognathie sehr stark ausgeprägt und der Mund nicht richtig verschließbar sein, sind die oberen Schneidezähne durch die geringere Speichelumspülung stark kariesgefährdet.

Bei starker Ausprägung des Überbisses wird das Gesichtsprofil sichtbar beeinträchtigt, was sich in einem fliehenden Kinn und der optischen Erinnerung an "Hasenzähne" äußert.

Ein ausgeprägter Überbiss steht dabei auch im Verdacht, als Verursacher für Kopfschmerzen und Kiefergelenkschmerzen in Frage zu kommen. Da der Kiefer und die Kaumuskulatur falsch belastet werden, zieht ein Überbiss verschiedene chronische und schmerzhafte Erkrankungen nach sich.

Eine auf Dauer unbehandelte Zahnfehlstellung ist in ihrer Auswirkung auf das allgemeine Wohlbefinden nicht zu unterschätzen. Die Nahrungsaufnahme fällt schwer, das Selbstbewusstsein sinkt und durch die kontinuierliche Fehlbelastung des Kiefers kommt es zu Muskelverspannungen und Kieferschmerzen.

Viele Patienten finden den Weg in die Kieferorthopädie erst, wenn sie eine wahre Odyssee an Ärzten hinter sich gebracht und für ihre Schmerzen keine Diagnose bekommen haben. Auch wenn der Überbiss vielleicht optisch nicht als stark empfunden wird, kann er sich spürbar auf die Gesundheit auswirken und die alltäglichen Dinge erschweren.

Auch vermehrte Kariesbildung im Frontzahnbereich kann ein Indiz für den Überbiss sein und eine Behandlung der Prognathie notwendig machen. 

Wie kann man einen Überbiss behandeln?

Im Kindesalter wird der Überbiss oftmals mit einer konventionellen Zahnspange behandelt. Diese Methode zur Überbiss Behandlung dämmt das Wachstum des Oberkiefers ein, oder wird im Umkehrschluss zur Förderung des Unterkieferwachstums angewandt.

Eine Überbiss Korrektur bei Erwachsenen erfordert andere Methoden, da das Wachstum des Kiefers bereits abgeschlossen ist. Ein weiterer Grund für die Überbiss Behandlung bei Erwachsenen mit anderweitigen Verfahren basiert auf dem Anspruch an die Ästhetik.

Eine festsitzende Zahnspange wie zur Überbiss Behandlung bei Kindern, kommt für Erwachsene im Rahmen einer Überbiss Korrektur eher selten in Frage. Ein leichter Überbiss lässt sich so beispielsweise mit einer transparenten Zahnschiene behandeln.

Um größere und schwerwiegendere Zahnfehlstellungen mit bereits kieferbeeinflussender Auswirkung zu behandeln, wird auch bei Erwachsenen auf eine feste Zahnspange oder andere funktionskieferorthopädische Geräte zurückgegriffen.

Die Überbiss Behandlung wird vorab mit dem Patienten besprochen. Dieser erfährt die verschiedenen Möglichkeiten, wenn der Unterkiefer zu weit hinten oder der Oberkiefer zu weit vorne sitzt. Auch die Therapiezeit variiert nach der Ausprägung der Prognathie.

Die Überbiss Korrektur für Erwachsene kann eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgisch durchgeführte Behandlung erfordern. Die Kombination basiert auf der bereits abgeschlossenen Entwicklung des Kiefers.

Ob die Überbiss Korrektur in der Jugend mit einer wachstumshemmenden Spange für den Oberkiefer, oder mit einer ausbildungsfördernden Apparatur für den Unterkiefer erfolgt, hängt vom Grad und der Ausprägung der Fehlstellung der Frontzähne ab.

Mit transparenten, für die Behandlung von Erwachsenen geeigneten Zahnschienen ist die Überbiss Behandlung bei einer leichten Ausprägung möglich. Um das richtige Behandlungsverfahren zu wählen, wird der Kieferorthopäde röntgen und im Bedarfsfall eine funktionsdiagnostische Untersuchung vornehmen. Anschließend wird ein Heil- und Kostenplan zur Vorlage bei der Krankenkasse und zur Kenntnisnahme erstellt.

Die Krankenkasse übernimmt dabei jedoch in der Regel nur Kosten, die nicht für rein ästhetische Eingriffe anfallen.

Überbiss - Kosten der Behandlung

Vor der kieferorthopädischen oder kieferorthopädisch-chirurgischen Behandlung steht die Kostenfrage im Raum. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Prognathie Behandlung vollständig von der Krankenversicherung übernommen, so dass es nicht zu einem Eigenanteil in der Zuzahlung kommt.

Bei Erwachsenen richtet sich die Kostenübernahme nach dem Tarif der Krankenkassen, sowie nach der medizinischen Notwendigkeit der Überbiss Behandlung.

Sind die Folgen bei Nichtbehandlung des Überbisses stark, kann die Krankenkasse im Einzelfall und bei im Tarif enthaltenen kieferorthopädischen Behandlungen eine vollständige Kostenübernahme anbieten.

Ist das nicht der Fall, ist mit Kosten im höheren vierstelligen Bereich zu rechnen. Selbst bei Behandlungen eines Teilbereichs im Kiefer, kostet eine Zahnspange bei Überbiss oftmals mindestens 3.000 €, meist aber bis zu 5.000 €. Muss eine kieferchirurgische Behandlung erfolgen, wird dieser Teil der Behandlungskosten von den gesetzlichen, als auch von den privaten Krankenkassen getragen.

Anders verhält es sich bei der Korrektur der Prognathie in folgenden Fällen. Die Behandlung mit einer kieferorthopädischen Apparatur ist nur kostenlos, wenn sie vor dem 18. Lebensjahr beginnt. Anderenfalls kann sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung als kostensparende, die Eigenleistung vermeidende Maßnahme erweisen.

Überbiss behandeln mit Zahnschienen

Eine kostengünstige Behandlungsmöglichkeit, wenn ein leichter Überbiss vorherrscht, besteht in die SmileMeUp Clear Up Schiene. Der Kostenaufwand beläuft sich bei dieser Behandlungsmethode auf 1.599 € und die Ausstrahlung wird beim Tragen der transparenten Schiene nicht beeinträchtigt.

Die Überbiss Korrektur für Erwachsene fällt nicht in die regulären Kassenleistungen. Ausnahmefälle bestehen nur, wenn der Unterkiefer zu weit hinten ist und der Betroffene aufgrund des Überbisses nicht richtig essen und schlafen kann. In allen anderen Fällen handelt es sich um eine ästhetische Behandlung, für die der Patient selbst aufkommen muss.

Es sollte in jedem Fall ein Kieferorthopäde oder Zahnarzt aufgesucht und mit der Diagnostik, sowie der Erläuterung der medizinischen Notwendigkeit beauftragt werden.

 

Bildnachweis: © vvoennyy, Viacheslav Iakobchuk

 

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