Prophylaxe – Besser Vorbeugen statt Reparieren

Wenn es um Zähne geht, weiß jeder, dass eine gründliche Mundhygiene fundamental wichtig für den langen und gesunden erhalt der Zähne ist. Dass jedoch bei dem Alltäglichen Zähneputzen nur bis zu 8 % des Zahnbelags entfernt wird, ist vielen unklar. Dabei ist es vollkommen egal, ob zur Zahnreinigung eine elektrische Zahnbürste oder eine herkömmliche genutzt wird.

Trotz dessen ist es in keinem anderen medizinischen Bereich so gut möglich, Krankheiten vorzubeugen oder kontrolliert mit Erkrankungen zu leben. Um jedoch die Langlebigkeit der Zähne bestmöglich zu gewährleisten, sollten Patienten regelmäßig das Angebot eines Zahnmediziners zur Prophylaxe wahrnehmen.

Was ist eine Prophylaxe?

Unter einer Prophylaxe versteht man die professionelle und auf den Patienten individuell abgestimmte Zahnreinigung. Diese findet normalerweise nach Terminvereinbarung in der Praxis des behandelnden Zahnarztes statt.

Oftmals wird die Prophylaxe durch eine speziell ausgebildete Fachkraft vorgenommen. In den meisten Fällen ist dies eine Prophylaxe Assistentin / ein Prophylaxe Assistent. Je nach aktuellem stand der Mundhygiene dauert die Zahnreinigung zwischen 45 Minuten und 1,5 Stunden. Dabei werden alle Oberflächen der Zähne inklusive der Zahnzwischenräume. Auch der Zahnfleischrand wird gereinigt, da sich durch die Ansammlung von Plaque zwischen Zahnfleisch und Zahn die Bakterien großflächig bis auf das Zahnfleisch ausbreiten.

Der Unterschied zur alltäglichen Zahnpflege besteht darin, dass bei einer Prophylaxe sowohl die weichen, als auch die harten Beläge von den Zähnen entfernt werden. Die weichen Beläge in Form von Plaque werden zwar auch mit einer herkömmlichen Zahnbürste entfernt, jedoch erreicht man nur ca. ein drittel der Zähne mit dieser. Bei den harten Belägen handelt es sich um Zahnstein. Dieser kann nur durch das entsprechende Zahnreinigungswerkzeug bei einer professionellen Zahnreinigung entfernt werden. Einhergehend damit können ebenfalls dunkle Ablagerungen und Verfärbungen entfernt werden.

Ablauf einer Prophylaxe

Bei der professionellen Zahnreinigung nutzt die Prophylaxe Assistentin verschiedene Instrumente, um die verschiedenen Oberflächen gezielt zu reinigen.

Um die harten Beläge, also den Zahnstein zu entfernen, werden meist Geräte mit Ultraschallfunktion genutzt. Mit kleinen Kratz-Instrumente werden die weichen Zahnbeläge auf den Zähnen sowie auf dem Zahnfleischrand entfernt. Für die Zahnzwischenräume werden spezielle Streifen zur Politur und Zahnseide verwendet.

Das angenehme Gefühl von glatten und sauberen Zähnen nach der Prophylaxe entsteht durch eine abschließende Reinigung mithilfe einer Bürste und Polierpaste. Diese enthält grobe Partikel, die wie ein Schleifpapier fungieren. Durch diese Politur können sich Ablagerungen und Bakterien schlechter auf die Zahnoberflächen legen.

Der letzte Schritt einer Prophylaxe besteht in einer Fluodierung. Diese schützt nachhaltig vor Karies. Meist werden nach der professionellen Zahnreinigung noch Empfehlungen ausgesprochen, wie man die Zahn- und Mundhygiene zu Hause verbessern kann.

Für wen kommt eine Prophylaxe in Frage?

Eine Prophylaxe kommt für jeden Patienten in Frage. Da durch die alltägliche Reinigung zu Hause vergleichsweise wenig Bakterien und Zahnbelag entfernt werden, ist eine regelmäßige Prophylaxe der beste Weg, um Entzündungen und Karies vorzubeugen.

Ist es nämlich erst einmal zu einer Entzündung im Mundraum gekommen, ist dies der Grundstein für eine sich bildende Parodontitis. Dabei können Sie durch gründliches Putzen nur bedingt Einfluss auf die Bildung von Entzündungen nehmen. Auch trotz penibler Nutzung von Zahnseide oder Interdentalbürsten erreicht man nicht alle Zahnzwischenräume. Auch unterhalb des Zahnfleischrandes ist eine eigenhändige Reinigung nur bedingt bis gar nicht möglich.

Somit besteht in der Prophylaxe eine sinnvolle Vorsorge für jeden Patienten. Ein großer Vorteil besteht auch darin, dass viele Kranklenkassen eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung finanziell unterstützen.