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Lymphknoten im Kiefer – Was tun?

Geschwollene Lymphknoten sind ein deutliches Zeichen dafür, dass das Immunsystem gerade aktiv gegen eine Infektion kämpft. Die Ursachen für die manchmal schmerzhafte Schwellung sind in der Regel harmlos, nur selten stecken schwere Erkrankungen dahinter. Wenn die Lymphknoten im Kiefer geschwollen sind, helfen Wärme und heißer Tee.

Was sind Lymphknoten und welche Aufgaben haben sie?

Als Kiefer bezeichnet man die beiden Knochen, zwischen denen sich bei Menschen und anderen Wirbeltieren die Zähne befinden. Die sogenannten zervikalen – also zum Hals gehörenden – Lymphknoten liegen im Unterkiefer und sind normalerweise nicht zu ertasten. Lymphknoten treten jedoch nicht nur im Kiefer auf, sondern auch an vielen anderen Stellen des Körpers – insgesamt besitzt jeder Mensch etwa 600 bis 700 der kleinen Knoten.

Lymphknoten schmerzen im Unterkiefer

Sie sind ein wichtiger Teil des Immunsystems, denn die Aufgabe der Lymphknoten besteht vornehmlich im Herausfischen von Krankheitserregern wie etwa Bakterien oder Viren. Hierbei setzen die Lymphknoten vermehrt weiße Blutkörperchen (die sogenannten Lymphozythen) frei und nehmen deshalb an Größe zu. Geschwollene Lymphknoten sind also immer ein Zeichen dafür, dass der Körper gerade gegen eine Krankheit kämpft. Der Arzt spricht bei diesem Symptom von einer Lymphadenitis.

Die Schwellungen gehen in der Regel mit dem Abklingen der Infektion innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst zurück.

Wodurch werden geschwollene Lymphknoten verursacht?

Schwellen die Lymphknoten im Unterkiefer an, so stecken häufig virale oder bakterielle Infektionen des Halses und/oder der Atemwegsorgane dahinter. Sehr häufig tritt die Schwellung der Lymphknoten im Kiefer während einer simplen Erkältung oder im Zuge einer Virusgrippe auf, es können aber auch andere Infektionen als Ursache infrage kommen:

  • Rachenentzündung (Pharyngitis)
  • Mandelentzündung (Angina)
  • Epstein-Barr-Virus (auch als Pfeiffersches Drüsenfieber bekannt)
  • Masern
  • Röteln
  • Borreliose

Geschwollene Lymphknoten gehen typischerweise mit weiteren Krankheitssymptomen einher. Dazu gehören unter anderem Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, verstopfte Nase und Schnupfen (Sinusitis), Husten und/oder Fieber. Dabei können alle genannten Symptome oder auch nur einige auftreten. In manchen Fällen jedoch schwellen die Lymphknoten im Kiefer scheinbar ohne Grund an. Allerdings kann auch dann eine Infektion vorliegen, wenn man sich scheinbar gesund fühlt. Treten geschwollene Lymphknoten auch ohne weitere Krankheitszeichen auf, so ist zunächst Schonung angesagt.

Im Kindesalter schwellen die Lymphknoten im Kiefer sehr häufig an, was keinerlei Grund zur Besorgnis darstellt. Das kindliche Immunsystem ist noch in der Trainingsphase, weshalb es manchmal zu überschießenden Reaktionen des Lymphsystems kommt.

Wann sollte man zum Arzt?

Nicht immer sind die Ursachen für die geschwollenen Lymphknoten im Kiefer so harmlos. Eine Schwellung der Lymphknoten im Unterkiefer ist manchmal auch ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung wie beispielsweise

Mit geschwollenen Lymphknoten zum Arzt
  • rheumatische Arthritis
  • verschiedene Krebserkrankungen, vor allem Lymphdrüsenkrebs (malignes Lymphom) und Leukämie
  • bestimmte Autoimmunerkrankungen wie etwa ein Lupus der Lunge
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Zysten oder Geschwulste (Lipome) im Kieferbereich

Gelegentlich kann auch eine Unverträglichkeit auf bestimmte Medikamente die Ursache sein. Schwellen die Lymphknoten im Kiefer an, so sollte man auf jeden Fall bei einem oder mehreren der folgenden Symptome einen Arzt aufsuchen:

  • geschwollene Lymphknoten sind nach einer Woche nicht abgeklungen
  • Lymphknoten im Unterkiefer schwellen weiter an, werden deutlich größer als erbsengroß
  • bei einer Schwellung ohne erkennbaren Grund
  • wenn geschwollene Lymphknoten nur auf einer Seite auftreten
  • bei gleichzeitig unerklärlichem Gewichtsverlust
  • bei Symptomen wie Fieber und Nachtschweiß

Des Weiteren ist ein Besuch beim Zahnarzt sinnvoll, wenn die Lymphknoten im Kiefer aufgrund einer Zahnfleischentzündung oder gar einer Zahnhöhlenvereiterung anschwellen.

Wie kann man Beschwerden und Schmerzen selbst lindern?

Da die Ursachen für die dicken Lymphknoten im Kiefer in aller Regel harmlos sind, können Schmerzen und andere Krankheitssymptome mit folgenden Hausmitteln gelindert werden:

  • bei Halsschmerzen Hals warm halten, Kühlung hilft bei geschwollenen Lymphknoten im Kiefer nicht
  • hierzu ein Handtuch anwärmen und um den Hals legen
  • mit Salzwasser gurgeln (ein Teelöffel Kochsalz in 250 Milliliter warmem Wasser auflösen)
  • warmen Ingwertee in kleinen Schlucken trinken (kleines Stück Ingwer schälen, reiben und mit 250 Milliliter heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen)
  • auch frisch gekochte, heiße Hühnersuppe hilft

Außerdem sollte man sich schonen und bis zum Ausheilen der Infektion auf Sport und andere körperlich anstrengende Tätigkeiten verzichten.

 Bildnachweis: © Tharakorn Arunothai, primagefactory