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Karies – Ein Krieg zwischen Zähnen und Bakterien

Karies leitet sich vom lateinischen Wort „caries“ ab, das übersetzt so viel wie Morschheit oder Fäulnis bedeutet. De facto ist es jedoch eine Erkrankung, die von Bakterien und Mikroorganismen an unseren Zähnen verursacht wird.

Grob zusammengefasst läuft das folgendermaßen ab: Auf unseren Zähnen befindet sich eine Schutzschicht, die Bakterien fernhalten soll. Leider gibt es jedoch Lebensmittel, die viel Zucker enthalten oder säurehaltig sind und diese Schutzschicht durch Bakterien langsam aber sicher angreifen. Normalerweise sollten unsere Zähne auch mit solchen Stoffen keine Schwierigkeiten haben, doch gibt es da noch so etwas namens Speichel. Erst in Kombination mit diesem können die Säure und andere schädliche Bakterien unsere Zahnhartsubstanzen durchdringen. Man spricht bei diesem Vorgang auch von einer Demineralisation.

Der Vorteil an der Sache: Unser Zahnschmelz ist verhältnismäßig hart und resistent gegen Schädlinge. Es dauert daher relativ lange, meist mehrere Wochen oder Monate, bis sich Kariesbakterien durch einen Zahn gefressen haben. Doch fressen tun sie, und zwar unaufhörlich. Dazu kommt, dass sie immer trichterförmig nach unten arbeiten, bis sie irgendwann an der Zahnwurzel angelangen. Dies macht sich meist durch starke Zahnschmerzen bemerkbar. Deshalb solltest du zur Vermeidung einer erhöhten Kariesbildung so schnell wie möglich zum Zahnarzt gehen, wo Karies entfernt und der Zahn mit einer Füllung schützend wiederverschlossen wird.

Allerdings gibt es auch andere Möglichkeiten, gegen Karies vorzugehen. Dies ist jedoch abhängig von dem Grad der Fortschreitung.

Verschiedene Stadien

Natürlich bilden sich kariöse Stellen an unseren Zähnen nicht über Nacht. Es gibt verschiedene Stadien der Kariesbildung und -entwicklung. Die Vorstufe, auch Initialkaries genannt, ist meist noch schmerzfrei und muss nicht unbedingt sofort beim Zahnarzt entfernt werden. Durch beispielsweise fluoridhaltige Substanzen oder einen vorübergehenden Verzicht auf zucker- und säurehaltige Lebensmittel kann einer leichten Kariesentstehung in einem Frühstadium schon entgegengewirkt werden. Dafür gibt es jedoch keine Garantie und zumindest zur Beobachtung solltest du trotzdem einen Zahnarzt konsultieren.

Karies vorbeugen durch Prophylaxe

Die nächste Stufe ist die Dentinkaries. Diese entsteht logischerweise nur, wenn die Initialkaries gar nicht oder nicht ausreichend entfernt worden ist. In diesem zweiten Stadium hat sich die Karies bereits durch den Zahnschmelz gefressen und greift nun das darunterliegende Dentin an. Selbst wenn die Pulpa, also die Zahnwurzel mit dem darin liegenden Nerv noch nicht betroffen ist, kann eine Dentinkaries schon Zahnschmerzen verursachen. Hinzu kommt, dass du nun recht schnell einen Zahnarzt aufsuchen solltest, denn das Dentin ist um einiges weicher als der Zahnschmelz und die Karies kann sich sehr viel schneller in Richtung Zahnwurzel durchfressen.

Ein deutliches Symptom der Dentinkaries ist übrigens das plötzliche Auftauchen eines Stücks Zahn beim Kauen von Nahrung. Da die Bakterien, die sich wie ein Bohrer durch den Zahnschmelz gefressen haben, sich im Dentin besser ausbreiten können, entsteht so unter dem noch vorhandenen Zahnschmelz eine Art Hohlraum. Wird der Zahn beim Essen belastet, kann es deshalb vorkommen, dass die Höhle sozusagen einstürzt und sich ein Stück des Zahns löst.

Das letzte Stadium der Karies ist so schmerzhaft und furchteinflößend, dass es lediglich einen lateinischen Namen hat: Caries Penetrans. In dieser Stufe hat die Karies sowohl Zahnschmelz als auch Dentin vollkommen durchfressen und lagert sich nun im Bereich des Zahnnervs, auch Pulpa genannt, ab. Dort verursacht sie Entzündungen und kann im Laufe weniger Tage für das Absterben des Zahns sorgen. Auch einhergehende Zahnfleischentzündungen sind dabei nicht selten. Und, wie bereits erwähnt, verursacht dieses Stadium derartige Schmerzen, dass es kaum auszuhalten ist. Spätestens jetzt ist der Zahnarzt die letzte Hoffnung für viele Betroffene.

Vorbeugung

Selbstverständlich kann Karies auch vorgebeugt werden. Der einfachste Ansatz ist tatsächlich: Verzicht auf Zucker. Sollte dies keine Option für dich sein, müsstest du zumindest darauf achten, zwischen den täglichen Mahlzeiten ausreichende Pausen einzulegen, in denen du nichts anderes zu dir nimmst. Der Speichel braucht nämlich eine gewisse Zeit, um erstens die Säuren zu neutralisieren, die in unseren Lebensmitteln sind und sich auf unseren Zähnen ablagern, und zweitens bereits angegriffenen Zahnschmelz zu remineralisieren.

Des Weiteren, man kann es nicht oft genug sagen, solltest du mindestens zweimal jährlich für eine Prophylaxe zum Zahnarzt gehen und dich untersuchen lassen.

 

Bildnachweis: © rgerber