Gesetzliche Krankenkassen – Welche Kosten werden übernommen?

In Deutschland besteht für jeden hier lebenden Menschen – egal welcher Nationalität – die Pflicht, krankenversichert zu sein. Je nach persönlichem Einkommen besteht dabei die Möglichkeit, zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung zu wählen. Dies obliegt allerdings nicht einer persönlichen Einschätzung, sondern ist im Gesetz durch die sogenannte Versicherungspflichtgrenze festgelegt, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) genannt. Konkret heißt das: Wer mehr als 60.750 € pro Jahr verdient (Stand 2019), kann sich zwischen einer gesetzlichen (GKV) und einer privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden. (Ausgenommen davon sind Kinder und Jugendliche, die bis zum Alter von 18 Jahren auch unabhängig vom Versicherungsstatus der Eltern privatversichert werden können.)

In den meisten Fällen allerdings entscheiden sich diejenigen über der JAEG für eine PKV, da die Vorteile in der ärztlichen Behandlung deutlich überwiegen. Dazu gehören kurzfristiger realisierbare Arzttermine sowie im Vergleich zur GKV ein weitaus größerer Anteil der Behandlungskosten, der von einer PKV übernommen werden.

Doch wann genau hilft die GKV finanziell aus?

Leistungsüberblick der GKV

Allgemein formuliert lässt sich sagen, dass eine gesetzliche Krankenversicherung nur Basisleistungen erbringt. In Zahlen sind das meistens 50 Prozent, der Rest muss vom Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden. Konkret lässt sich das an einem Beispiel veranschaulichen:

Ein Zahn ist beispielsweise durch kariösen Befall beschädigt und benötigt eine Füllung, die im günstigsten Material (Amalgam) 100 € kostet. Davon übernimmt die GKV 50 €. Entscheidet sich der Patient allerdings freiwillig für ein hochwertigeres Material für die Füllung, beispielsweise Keramik oder Gold in Kostenhöhe von beispielsweise 200 €, so übernimmt die GKV auch hier nur 50 €, da das hochwertigere Material nicht notwendig ist, sondern lediglich besser aussieht.

Dies ist zurückzuführen auf das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB V), das seit 1889 rechtskräftig ist und somit eins der ältesten noch gültigen Gesetzbücher ist. In diesem steht geschrieben, dass alle finanziellen Beiträge, die von gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden, erstens ausreichend, zweitens zweckmäßig und drittens wirtschaftlich sein müssen, sowie viertens das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen.

Allerdings bestehen auch Ausnahmen, wie beispielsweise bei Allergikern, für die eine Amalgamfüllung erhebliche Gefährdungen der Gesundheit bedeuten würde. In diesen Fällen zahlt eine GKV auch höhere prozentuale Beiträge.

Eine andere Ausnahme ergibt sich durch ein konsequentes Führen des sogenannten Bonusheftes. In diesem wird durch die behandelnden Zahnärzte und Kieferorthopäden dokumentiert, inwiefern der Patient sich im Vorfeld notwendiger Behandlungen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen begeben hat. Kann ein Patient ein über fünf Jahre vollständig ausgefülltes Bonusheft vorweisen, so steigt der Leistungszuschuss der GKV für Behandlungskosten von 50 auf 70 Prozent, nach zehn Jahren sogar auf 80 Prozent.

Welche Rolle spielen Zahnzusatzversicherungen?

Es gibt für alle gesetzlich Krankenversicherte die Möglichkeit, diverse Zahnzusatzversicherungen abzuschließen. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, kann sich unseren Blogbeitrag dazu noch einmal zu Gemüte führen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten:

Zahnzusatzversicherungen erfordern im Prinzip ein genaues Abwägen zwischen der aktuellen sowie zu erwartenden Gesundheit der Zähne und der aktuellen sowie zu erwartenden finanziellen Situation des Patienten. Leider sind die Beiträge, die Patienten für Zahnzusatzversicherungen zahlen, nämlich nicht gerade niedrig. Sind die Zähne also beispielsweise stark und gesund, so resultiert daraus, dass eine kostspieligere Behandlung erst in ferner Zukunft notwendig würde. Bis dahin würde man wahrscheinlich sehr viel mehr Geld in Form von Beiträgen zahlen, als man zum Zeitpunkt der Behandlung für ebenjene würde zahlen müssen. Im Umkehrschluss heißt das allerdings auch, dass eine Zahnzusatzversicherung sehr viel Sinn macht, wenn abzusehen ist, dass in naher Zukunft hohe Behandlungskosten auf einen zukommen würden, sollte man nicht rechtzeitig dagegen abgesichert sein.

Ein weiterer Vorteil, den eine Zahnzusatzversicherung mit sich bringt, ist nicht nur eine gesteigerte Höhe der Zuschüsse, sondern auch ein gesteigerter Umfang dessen, wofür die Zuschüsse erfolgen. Es werden von der GKV also nicht mehr nur Teilkosten bei Behandlungen übernommen, sondern außerdem auch für Zahnreinigungen, Hypnosetherapien, Zahnspangen und -schienen, Kronen und Implantate aus hochwertigeren Materialien und vieles mehr. All dies müsste ohne Zahnzusatzversicherung zu einem großen Anteil aus der eigenen Tasche des Patienten bezahlt werden.