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Die Ölkur – Eine neue Art der Heilmethodik?

Im Laufe der letzten 20 bis 30 Jahre hat sich in der Alternativmedizin eine neue Art der Behandlung entwickelt, oder besser gesagt der Vorbeugung. Das Stichwort hier ist Ayurveda.

Ein kurzer Exkurs: Als Ayurveda wird eine traditionelle indische Heilkunst bezeichnet, die seit nunmehr mindestens 4.000 Jahren mit großem Erfolg in Teilen Asiens angewandt wird. Besonders in Indien, Nepal und Sri Lanka vertrauen viele Menschen auf die Erfolgsaussichten und Heilungschancen, die eine Ayurveda-Behandlung dem dortigen Wissensstand nach bietet. Etymologisch betrachtet geht der Name auf das altindische āyurveda zurück, was übersetzt so viel heißt wie Wissen vom Leben. An diesem Beispiel ist übrigens zu erkennen, wie gut sich das Indische im Laufe der letzten Jahrtausende sprachlich hat erhalten können.

Ein Aspekt der ayurvedischen Alternativmedizin ist die sogenannte Ölkur, auch als Ölziehen, Ölsaugen oder Ölkauen bekannt. Die Alternativmedizin ist weltweit eine zwar anerkannte, von schulisch und universitär ausgebildeten Medizinern jedoch weitgehend unbeliebte Form der Heilkunde. Sie bezieht sich in ihren Grundelementen auf die Anwendung von eher homöopathischen, osteopathischen und akupunkturellen Behandlungsansätzen. Was an der Alternativmedizin etwas verwundert, ist die Tatsache, dass bisher zwar so gut wie keine plausiblen biochemischen Wirkmechanismen festgestellt werden konnten. Vermutlich ist das auch der Grund für die eher ablehnende Haltung gegenüber der Alternativmedizin seitens wissenschaftlicher Mediziner. Nichtsdestotrotz berichtet ein Großteil der Patienten von Alternativmedizinern über positive bis vollkommen wirksame Behandlungsfolgen.

Was genau ist eine Ölkur und wie wird sie durchgeführt?

Bei einer Ölkur wird der Mund mit Pflanzenölen gespült. Das erhoffte Resultat ist das völlige Entziehen von Giftstoffen und die Heilung oder zumindest Linderung von Krankheiten. Und auch hier liegt nicht wirklich ein Nachweis einer positiven Behandlungswirkung vor. Dies mag vielleicht aber auch daran liegen, dass bisher nur recht wenige Studien zu diesem Thema publiziert wurden. In den wenigen veröffentlichten Studien sowohl aus Indien als auch aus dem internationalen Raum gibt es trotzdem vermehrt Hinweise darauf, dass eine Ölkur unter bestimmten Voraussetzungen helfen kann. Vor allem in Hinsicht auf Kariesbakterien soll besonders Sesamöl eine signifikante Wirksamkeit vorweisen.

Die Vorgehensweise einer Ölkur besteht darin, dass du einen Esslöffel kaltgepresstes Sonnenblumenöl circa 10 bis 20 Minuten langsam im Mund hin- und herbewegst und durch die Zwischenräume der Zahnreihen ziehst. (Im normalen Lebensmittelhandel sind alle Sonnenblumenöle lediglich in kaltgepresster Form erhältlich, darum musst du dich also nicht mehr selber kümmern. Auch Olivenöl wird als Möglichkeit für die Ölkur in Betracht gezogen.) Im Anschluss an die Spülung sollst du das Öl ausspucken und den Mund mit Wasser nachspülen. Als optimaler Behandlungszeitraum werden meist eine bis zwei Wochen empfohlen; die Spülung selbst erfolgt am besten morgens. Wichtig zu beachten ist dabei, dass du das Öl nicht runterschluckst, da dieses ja die schädlichen Bakterien und Giftstoffe beinhaltet, die es im Mund weggespült hat.

Auf welche Resultate zielt die Ölkur ab?

Diejenigen, welche von einer Ölkur angetan sind und sie ausprobieren, erhoffen sich meist kurzfristig eine Entschlackung und Entgiftung von schädlichen Substanzen im Mundraum. Ironischerweise sind es ebenjene Substanzen, deren Existenz im menschlichen Mund bisher noch nicht nachgewiesen werden konnte. Tatsächlich hat die Allgemeinmedizin die Suche nach Belegen für dieses Krankheitsmodells bereits im 18. Jahrhundert aufgegeben; es war wissenschaftlich einfach nicht nachweisbar. Nichtsdestotrotz bleibt die Tatsache bestehen, dass es diese vielen positiven Resonanzen seitens der Patienten gibt. Daher ist auch ein häufiger auftretender Placebo-Effekt nicht auszuschließen.

An sich lässt sich die Wirkung von Oliven- oder Sonnenblumenöl mit der von Mundspülungen vergleichen, die teilweise auch auf Öl basieren, wie zum Beispiel Dentyl pH. Die Folgen einer solchen Entgiftung sollen vor allem Kopfschmerzen, Hautprobleme, Rheuma, Arthrose, Blasen- und Nierenleiden, sowie auch Zahnschmerzen lindern, im besten Fall kurieren. Aufgrund der fehlenden Beweisbarkeit von Ursachen und Wirkung können wir von SmileMeUp dir jedoch nicht reinen Gewissens einen solchen Behandlungsansatz bei Zahnschmerzen empfehlen. Wir können lediglich darauf hinweisen, dass von einer Ölkur keine erkennbaren Risiken und Gefährdungen ausgehen, solange du das Öl nicht runterschluckst.

Stattdessen empfehlen wir sehr viel eher, sowohl bei Zahn- als auch bei Kopf-, Rücken- und generell Gelenk- und Gliederschmerzen einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufzusuchen. Dies hat zwei verschiedene Hintergründe: Erstens bietet so gut wie jede Zahnarztpraxis die Möglichkeit zu einer professionellen Zahnreinigung an, bei der – im Gegensatz zur Ölkur auch nachweislich – alle schädlichen Substanzen wie zum Beispiel Kariesbakterien aus dem Mundraum entfernt werden können.

Zweitens können sich Zahnfehlstellungen auf den richtigen Sitz deiner Wirbelsäule und Gelenke auswirken, was unter anderem zu Kopf- und Rückenschmerzen führen kann. Ob du unter Zahnfehlstellungen leidest, kann ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde jederzeit mühelos herausfinden und entsprechende Therapien empfehlen, beispielsweise das Tragen von Zahnschienen.