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Die Implantologie – Ersatzteile fürs Gebiss

Wie wir aus unserem letzten Blogbeitrag wissen, haben sowohl Voll- als auch Teilprothesen weitaus mehr Nachteile als Vorteile. Sie sitzen meist schlecht und sind generell instabil, verursachen Schmerzen und Brechreiz, beeinträchtigen die Aussprache und das Geschmacksempfinden und können obendrein auch nicht wirklich eine besondere Ästhetik vorweisen. Kurz gesagt: Eine Alternative muss her. Und die gibt es, selbst bei den hoffnungslosesten Fällen, bei Gebissen, die nur noch über einen letzten Zahn verfügen. Zwar wird von zahnärztlicher Seite dann sehr häufig eine Vollprothese empfohlen, die letztendliche Entscheidung liegt jedoch beim Patienten.

Die Alternative besteht in Form von Zahnersatz. Dieser unterscheidet sich von Prothesen vor allem in dem Punkt, dass Prothesen meist herausnehmbar und wiedereinsetzbar sind. Zahnersatz hingegen ist meist festsitzend, was zwar auch einen kleinen Nachteil mit sich bringt, am Ende des Tages aber mit mehr Vorteilen aufwarten kann.

Es gibt drei verschiedene Arten von Zahnersatz: Kronen, Brücken und Implantate.

Was sind Kronen?

Gehen wir einmal davon aus, dass du dir ein paar Wochen lang nicht die Zähne geputzt hast, weil du beispielsweise auf einer einsamen Wanderung durch die sibirischen Steppen unterwegs warst, weitab jeglicher Zivilisation. Und sagen wir, am ersten Tag deiner Wanderung hat ein wilder Braunbär aus Frust über seine Braunbärigkeit deine Zahnbürste gefressen.

Im Laufe deiner restlichen Wanderung hat sich dein Gebiss von Tag zu Tag, von Mahlzeit zu Mahlzeit immer merkwürdiger, unreiner angefühlt. Die ganzen Kariesbakterien – die ja wochenlang ungestört fressen und sich vermehren konnten – haben nämlich Löcher in deine Zähne gefressen.

Nun kommst du also erstmals wieder in ein Dorf, siehst Menschen, fragst nach einem Zahnarzt. Findest auch einen, suchst den auf und lässt ihn sich deine Zähne einmal genau anschauen. Und plötzlich sagt der dir mit sibirischem Akzent, dass du in den ganzen kariösen Zähnen Füllungen brauchst um die Löcher zu schließen. Diese fertigt er an und setzt sie ein, nachdem er die Kariesbakterien entfernt hat.

Doch einen deiner Zähne hat es ganz besonders schlimm erwischt, davon ist nur noch die Hälfte übrig; die ganze Zahnkrone, also die obere Hälfte, ist bereits zerfressen und verschwunden. In diesem Fall wird der freundliche sibirische Zahnarzt dir eine sogenannte Krone einsetzen, die den Zahn langfristig wieder verschließt und außerdem seine Kaufunktion wiederherstellt. Der Krone wird dabei die exakte Form deines ursprünglichen Zahnes verpasst, damit sie den gegenüberliegenden Zahn nicht beschädigen kann.

Kronen werden in verschiedenen Materialien und dementsprechend zu unterschiedlichen Preisen angeboten; in der Regel wird dafür Keramik verwendet, aber auch Gold ist eine Möglichkeit.

Was sind Brücken?

Ein Jahr später. Du hast genug von Sibirien, da war es irgendwie auch viel zu kalt für deinen Geschmack. Stattdessen versuchst du dein Glück im südamerikanischen Urwald. Außerdem gibt es da keine Braunbären.

Jedoch (es ist zum Verrücktwerden!) kommst du am zweiten Tag deiner Reise in ein Handgemenge mit einem aufdringlichen Kapuzineräffchen und eh du dich versiehst, klaut es dir aus Ärger über deine renitente Einstellung – wer hätte es gedacht? – deine Zahnbürste.

Drei Wochen später erreichst du völlig verwahrlost die nächste Siedlung und suchst wieder einmal den hiesigen Zahnarzt auf. Anders als letztes Jahr brauchst du allerdings nicht nur Füllungen und eine Krone, sondern diesmal eine Brücke. Grund dafür: Zwei oder drei nebeneinanderliegende Zähne sind so stark beschädigt, dass nicht einmal Kronen ausreichen würden, um sie langfristig wieder stabil und funktionsfähig zu machen. Eine Brücke ist dabei zwar nichts anderes als mehrere Kronen nebeneinander, allerdings müssen diese der Stabilität wegen noch mit einem Metallgestell verbunden und an den angrenzenden, noch intakten Zähnen befestigt werden. Diese Zähne werden auch Brückenpfeiler genannt. Außerdem können Brücken mehr noch als nur die zerstörten oder fehlenden Zahnkronen ersetzen, sie können auch weiter unterhalbliegende Teile des Zahnes ersetzen.

Wie bereits eingangs erwähnt, haben Brücken auch einen kleinen Nachteil, nämlich dass die Zahnbürste aufgrund des Metallgestells nicht mehr jeden Bereich der jeweiligen Zähne und Kronen von Bakterien reinigen kann. Für diese kleinen schwer zu erreichenden Stellen empfiehlt sich dabei ein weiteres Hilfsmittel wie etwa eine Munddusche. Auf jeden Fall solltest du aber regelmäßig Termine zur professionellen Zahnreinigung bei deinem Zahnarzt vereinbaren.

Was sind Implantate?

So. Jetzt aber. Dritter Anlauf. Dein diesjähriger Abenteuerurlaub findet ganz einfach zu Hause statt. Du genießt die Sonnenstrahlen auf deiner Terrasse und freust dich, dass es nichts gibt, was deiner Zahnbürste irgendwie gefährlich werden könnte. Och, jetzt könnte man ja eigentlich mal den Grill aufstellen, vielleicht kommen ja auch noch ein paar Freunde vorbei. Mensch, der Grill ist ja ganz schön groß, versperrt dir die Sicht auf deine eigenen Füße. Ach egal, du kennst doch deine Wohnung. Aber warte mal – war da zwischen deinem Flur und der Küche jetzt eigentlich diese eine Treppenstufe, vor der dein Vermieter dich noch gewarnt hat? Oder hast du das nur geträumt?

Drei Minuten später liegst du mit blutendem Zahnfleisch auf dem Küchenboden, dein jetzt fehlender Zahn liegt neben dir und entspannt sich im Licht der Sonnenstrahlen, die durch dein Küchenfenster fallen. Der Grill hat all seine Einzelteile mit einer fast schon künstlerisch anmutenden Präzision um dich herum verteilt.

Noch am selben Tag findest du dich wieder einmal in einer liegenden Position, diesmal jedoch im Behandlungssessel der örtlichen Zahnarztpraxis. Fazit: Der Zahn wächst nicht mehr nach, du brauchst ein Implantat. Die Frage deines leicht amüsierten Zahnarztes, wieso du so viele reparierte aber eigentlich kerngesunde Zähne hast, beantwortest du resigniert mit einem Schulterzucken.

Das Besondere an Implantaten ist, das sie nicht einfach auf beschädigte Zähne aufgesetzt werden, sondern diese komplett ersetzen. Zu diesem Zweck wird – natürlich unter Betäubung und somit schmerzfrei – deine Zahnwurzel abgetötet und ebenso wie alle noch übrigen Reste deines Zahnes aus dem Zahnfleisch entfernt. Daraufhin wird dort, wo vorher dein Zahn war, eine Schraube in deinen Kieferknochen gesetzt, auf welcher eine Krone angebracht wird. Und auch in diesem Fall kann diese aus verschiedenen Materialien angefertigt sein, definitiv jedoch hat sie am Ende wieder genau die Form deines ursprünglichen Zahnes.