Die Gefahren des Tabakrauchens

Heute wollen wir uns einmal einem Lebensstil widmen, der nicht ungesünder sein könnte: Dem Rauchen von Tabak.

Wie dir sicherlich irgendwann einmal aufgefallen ist, ist auf jedem Tabakprodukt in Europa eine Warnung zu lesen, welche Risiken vom Tabakrauchen ausgehen. So gibt es allgemeinere Formulierungen wie „Rauchen ist tödlich“, „Rauchen schadet Ihnen und den Menschen in Ihrem Umfeld“, aber auch spezifischere Warnungen: „Rauchen verursacht Verstopfung der Blutbahnen“, „Tabakrauch enthält über 70 Stoffe, die erwiesenermaßen krebserregend sind“ und so weiter.

Gruselig daran ist nur: Nichts davon ist falsch, alles korrekt. Das Rauchen von Tabak gehört tatsächlich zu den ungesundesten Angewohnheiten der Menschheitsgeschichte, und zwar völlig ungeachtet der Frage, in welcher Form dies passiert, ob also als Zigarette, in einer Pfeife oder Wasserpfeife. Nur war der Risikofaktor für die Gesundheit leider jahrhundertelang ein vollkommen unbekannter Aspekt, da das Tabakrauchen als ein Luxus der oberen Gesellschaftsschichten angesehen wurde und man nicht im Traum daran dachte, dass sich der Konsum schädlich auf die menschliche Gesundheit auswirken könnte.

Die Geschichte des Tabakrauchens

Im Verlauf der Menschheitsgeschichte war das Rauchen von pflanzlichen Gewächsen bereits in einem frühen Stadium populär. So gehen die ältesten Überlieferungen von rauchenden Maya-Priestern zurück bis ins 6. Jahrhundert vor Christus. Allerdings war diese Popularität mehr oder weniger lokal begrenzt, denn tatsächlich war das Rauchen an sich lediglich auf den beiden amerikanischen Kontinenten überhaupt bekannt. In Europa dauerte es bis zum 16. Jahrhundert, bis Christoph Kolumbus Amerika entdeckte und somit Berichte von rauchenden Ureinwohnern nach Europa gelangten.

Nach nicht einmal 200 Jahren hatte sich das Rauchen dann gesellschaftlich derart etabliert, dass es als vornehm, gelassen galt und von einem hohen gesellschaftlichen Status zeugte, wenn geraucht wurde. Diese Entwicklung setzte sich bis spät ins 20. Jahrhundert fort; das Tabakrauchen wurde vor allem durch den sozialen Einfluss Amerikas nach dem Zweiten Weltkrieg mehr und mehr zu einer alltäglichen Gewohnheit, mittlerweile auch ungeachtet der gesellschaftlichen Schicht. So rauchten einfache Arbeiter und kleine Beamte ebenso wie hochrangige Manager und Politiker. Was aus heutiger Sicht besonders erschreckt, ist dabei auch die Tatsache, dass ohne Rücksicht auf Nichtraucher buchstäblich überall geraucht werden durfte und auch wurde: Beispielsweise am Arbeitsplatz, in Bussen, Bahnen, sogar in Flugzeugen, in Schulen und Krankenhäusern.

Der forschungsbedingte Wandel

1962 konnte erstmals nachgewiesen werden, dass das Rauchen von Tabak diverse Krebsarten stark fördert und außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme signifikant ansteigen lässt. Offiziell gerichtlich festgestellt wurde dies jedoch erst 1997, weshalb erst seitdem ein wirklich signifikanter Rückgang an Rauchern vonstattengeht. Davor wurde die allgemeine Öffentlichkeit auch auf die Gefahren aufmerksam und es fand ein langsam vorangehender Rückgang statt, allerdings bei weitem nicht so stark wie nach der Jahrtausendwende. Man fand heraus, dass der Tabakkonsum für eine stetig länger werdende Liste an Krankheiten und Gesundheitsschädigungen verantwortlich sein kann. Schauen wir doch mal auf eine auszugsweise Liste dessen:

  • Krebs in oder an Rachen, Kehlkopf, Speise- und Luftröhre, Lunge, Magen, Niere, Blase (bei Frauen auch Gebärmutterhals)
  • Asthma
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt und allgemein Herz-Kreislauf-Probleme
  • Erektile Dysfunktion
  • Multiple Sklerose
  • Erblindung
  • Aneurysmen
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Leberzirrhose
  • Vorzeitige Hautalterung und verzögerte Wundheilung
  • Schwächung des Immunsystems und häufiger auftretende Infektionskrankheiten

Und diese Liste kann fast endlos erweitert werden, vor allem wenn man einmal ins Detail geht und sich anschaut, welche Folgen diese Erkrankungen alle jeweils noch einmal nach sich ziehen.

Was eigentlich ebenfalls auf der Liste steht, wir jedoch hier noch einmal gesondert erörtern, sind die Gefahren, die das Tabakrauchen für deine Zähne darstellt.

Risiken für Zähne und Zahnfleisch

Tabak enthält Unsummen an schädlichen, teils lebensbedrohlichen Inhaltsstoffen und Zusätzen. Verbrennst du den Tabak und inhalierst den Rauch, können einige dieser Substanzen, die sich infolge der Verbrennung auch im Rauch befinden, an deinen Zähnen anhaften und dort immense Schäden verursachen. Dazu gehört neben der Begünstigung von Kariesentstehung auf dem Zahnschmelz unter anderem auch ein gesteigertes Risiko für Zahnfleischentzündungen.

Und dabei bleibt es nicht. Vor allem, wenn deine Zähne teilweise schon Beschädigungen und eine gewisse Anfälligkeit aufweisen, ist Tabakrauch nochmal umso schädlicher, da der Rauch nicht mehr nur Zahnschmelz und Zahnfleisch angreift. Diese dienen ja eigentlich als Schutzschild um deine Zahnwurzel herum. Ist dieser Schild jedoch defekt oder gar nicht mehr vorhanden, kann der Tabakrauch ungehindert deine Zahnwurzel angreifen und dort ebenfalls – und zwar unter starken Schmerzen – immense Schäden verursachen. Doch selbst wenn dein Zahnfleisch und dein Zahnschmelz noch bestens intakt sind, kann der Tabakrauch jederzeit auch in dein Zahnfleisch und deine Blut- und Nervenbahnen ziehen und dort für Verstopfungen o.ä. sorgen.

Besonders gemein daran ist außerdem die Tatsache, dass dies alles in einem unfassbar langsamen Tempo vonstattengeht. Es können Wochen und Monate vergehen, bis sich die ersten Schäden wirklich bemerkbar machen. Da du dir – vorbildlich wie du bist – aber jeden Tag zweimal die Zähne putzt und auch sonst regelmäßig deinen Zahnarzt aufsuchst, wirst du statt der angekündigten Schäden an den Zähnen lediglich Verfärbungen bekommen. Diese jedoch können je nach Ausmaß deines Tabakkonsums jahrzehntelang bleiben, ohne dass irgendjemand etwas dagegen tun könnte.

Wie kann ich aufhören?

Es ist nicht leicht, das Rauchen aufzugeben. Tatsächlich dauert es nicht länger als drei bis vier Wochen, bis du keine physische, vom Körper ausgehende Abhängigkeit mehr verspürst. Das Problem liegt sehr viel mehr in der psychischen Abhängigkeit, die mitunter sogar jahrelang nachhallen kann. Daher kann man auch getrost sagen: Einmal Raucher, immer Raucher. Man hört heutzutage sogar Geschichten von Menschen, die mal für Jahrzehnte das Rauchen haben aufgeben können und dann nach einer bestimmten, beispielsweise traumatischen Situation wieder zum Glimmstengel gegriffen haben.

Eine etwas weniger ungesunde Alternative – und dabei verwenden wir ganz bewusst nicht das Wort gesünder – ist die E-Zigarette, bei der ein Liquid verdampft wird anstatt Tabak verbrannt. Da einige dieser Liquids auch Nikotin enthalten, bietet sich die Umstellung auf das Verdampfen per E-Zigarette ganz gut an, um den Tabakzigaretten langfristig zu entsagen.