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Mundfäule (Aphthöse Stomatitis) – Was hat es damit auf sich?

Wie kommt es zur Mundfäule? Gestern noch war alles bestens. Du warst in der Schule, bist nach Hause gegangen, hast deine Hausaufgaben gemacht, es gab Abendessen und danach ging’s ins Bett; heute ist ja schließlich auch noch ein Tag. Und du musst fit sein, um in der Schule aktiv und konzentriert zu sein.

Dass du gestern in der Schule vom Brötchen deines Klassenkameraden abgebissen hast, darüber hast du dir nicht weiter Gedanken gemacht. Und auch nicht darüber, dass beim Abendessen jemand aus deiner Familie dich von seinem Essen hat probieren lassen. Und auch nicht über die Umarmung, die du zur Nacht von deinen Eltern bekommen hast.

Die Gedanken hättest du dir aber machen sollen. Denn wie die letzten Tage dir gezeigt haben, ist dein Immunsystem ein wenig geschwächt. Könnte vielleicht an der Camping-Reise liegen, die du letzte Woche noch gemacht hast, wo es die ganze Zeit geregnet hat und deine Klamotten irgendwann nicht mehr trocken zu kriegen waren… Und dabei ist es ja nicht mal nur deine eigene Gesundheit, um die du dich sorgen solltest, auch die Menschen in deinem Umfeld könnten sich eventuell anstecken.

Und dann wachst du heute Morgen auf – und es geht dir wirklich schlecht. Nur nicht wie bei einer regulären Erkältung. Das hier ist etwas anderes, etwas gravierenderes. Was ist passiert?

Herpes-Simplex-Virus

Mundfäule Herpesbläschen

So viel vorweg: Etwa 95% aller Menschen tragen den sogenannten Herpes-Simplex-Virus in sich, ohne daran zu erkranken. Es ist ein passiver Virus, der zwar da ist, sich aber erst aktiviert sobald das Immunsystem geschwächt ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise anderweitige Krankheiten, aber auch psychische Faktoren. Wird der Virus erstmalig aktiv, wird er sich wahrscheinlich in Gestalt einer Mundfäule äußern. Bei späteren Erkrankungen können sich kleine Herpesbläschen an den Lippen oder im Mund bilden. Der Übertragungsweg ist dabei aber das eigentlich Entscheidende. Denn dadurch, dass nur 5% aller Menschen nicht den Herpes-Virus in sich tragen, gibt es quasi keine Möglichkeit, dem Erreger irgendwie aus dem Weg zu gehen. In der Regel reicht ein Körperkontakt im Bereich des Gesichts oder eine Kontamination mit fremden Speichel.

Wie verläuft die Krankheit?

Was du im Normalfall als erstes von der Infektion mitbekommst, ist ein relativ hohes und vor allem lang andauerndes Fieber. Tatsächlich kann sich dies bis zu fünf Tage hinziehen und dich in dieser Zeit vor Erschöpfung ans Bett fesseln. Unser Ratschlag an dieser Stelle: Bleib auch genau dort. Alles andere kann negative Folgen für dich und dein Umfeld haben.

Mundfäule Zahnfleischentzündung

Nach zwei bis drei Tagen wird dein Zahnfleisch anfangen anzuschwellen, zunächst zwar ohne nennenswerte Schmerzen; dies wird sich jedoch wahrscheinlich recht bald ändern. Da es eine Zahnfleischentzündung ist, die hier als Begleiterscheinung des Herpes-Virus ausgelöst wird, greift diese in vielen Fällen auch auf Gaumen, Zunge und Lippen über. Dies wird vor allem an der Zunge sichtbar, da sich die vielen kleinen Papillen auf der Zunge als natürlicher Effekt der Entzündung weiß färben. Und auch das Zahnfleisch leidet nun extremst unter der Entzündung, es ist zusätzlich zum geschwollenen Zustand nun blutrot gefärbt und kann überdurchschnittlich oft anfangen zu bluten. Dazu kommt eine Schwellung der Lymphknoten im Hals. Insgesamt spricht man nun von Mundfäule.

Leider ist dies alles spätestens jetzt auch mit starken Schmerzen verbunden. Dies wird vor allem dadurch verstärkt, dass du ab und zu auch etwas essen und trinken musst, um nicht irgendwann an Flüssigkeitsmangel oder Unterernährungssymptomen zu leiden. Auch hier unser Ratschlag: Versuche möglichst auf trockenes, scharfes, heißes, salziges und saures Essen zu verzichten; auch Wasser mit Kohlensäure fällt in diese Kategorie. Empfehlenswerter sind da gekühlte Getränke, stilles Wasser, Milch, Eiscreme, Joghurt, Nudeln, Reis und diverse Breigerichte.

Eine weitere Begleiterscheinung der Schmerzen ist übrigens auch ein stark vermindertes Bedürfnis zu sprechen. Eher wortkarge Menschen dürften sich in diesem Zeitraum in deiner Anwesenheit recht wohlfühlen. Könnte letztendlich aber auch an der Tatsache liegen, dass die Mundfäule so gut wie immer starken Mundgeruch verursacht.

Wie lässt sich die Mundfäule behandeln?

Das Problem ist leider, dass du gut wie nichts tun kannst, um der Entzündung vorzubeugen oder sie zu behandeln, wenn sie einmal da ist. Stattdessen wird versucht, den Leidensfaktor so gering wie möglich zu halten. Dazu werden häufig Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen empfohlen, die vor allem gegen das Fieber wirksam sind. Wenn du Herpesbläschen auf den Lippen hast, kannst du auch auf betäubende Gels, Cremes oder Salben zurückgreifen. Diese beinhalten meist den Wirkstoff Lidocain oder eine Glucose-Lösung.

Letztendlich muss man diese Krankheit also aussitzen. Das bedeutet, dass nach ca. 3 Wochen die Symptome langsam abnehmen und schließlich ganz abheilen. Folgeerscheinungen oder Nachwirkungen sind dabei nicht zu erwarten.

 

Bildnachweis: © leungchopan,