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Dentalphobie – „Zahnarzt? Da kriegt mich keiner hin!“

Als Odontophobie wird die krankhafte Phobie vor Behandlungen beim Zahnarzt bezeichnet. Andere Ausdrücke dafür sind unter anderem Oral- oder Dentophobie. Die Ursachen können sehr verschiedener Natur sein, worauf wir im Folgenden auch genauer eingehen wollen. Das Resultat ist allerdings meistens das gleiche: Eine monate- bis jahrelange Vermeidung zahnärztlicher Behandlungen und der damit einhergehende Verfall des Gebisses.

Mögliche Ursachen einer Dentalphobie

Es gibt unzählige Gründe, warum sich eine Dentalphobie überhaupt entwickelt. Das Besondere daran ist, dass ein Großteil der Betroffenen sich dessen sehr bewusst ist, dass ihre Angstzustände entweder übertrieben sind oder im Laufe der Behandlung deutlich geringer werden. Dazu kommt das Bewusstsein, dass es auch viele andere Menschen gibt, die ebenso wenig angetan von der Vorstellung einer Zahnbehandlung sind, sie aber trotzdem regelmäßig über sich ergehen lassen.

Bei vielen Menschen besteht die Angst hauptsächlich vor den Handinstrumenten, mit denen Zahnärzte während der Behandlung arbeiten. Doch der häufigste Grund für die angstbedingte Vermeidung von Zahnarztbesuchen liegt in der Angst vor auftretenden Schmerzen. Die Phobie blockiert dabei im Gehirn in einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Maße die Fähigkeit, logische Schlussfolgerungen zu ziehen.

Konkret heißt das: Zahnschmerzen bei zahnärztlichen Behandlungen treten häufig nur deshalb auf, weil die Zähne bereits in einem derart schlechten Zustand sind, dass Karies beispielsweise die Wurzelkanäle angegriffen hat oder ganze Teile von Zähnen fehlen und so beim Zubeißen andere Zähne und Zahnfleisch schädigen. Da in so einem Fall mehrere Sitzungen der Behandlung beim Zahnarzt nötig wären und dies nicht alles an nur einem Tag repariert werden kann, ist das Auftreten von Schmerzen nach der Behandlung für viele ein Indikator dafür, dass die Behandlung „gar nichts gebracht“ habe. Infolgedessen wird der nächste Termin vermieden.

Es ist also im Prinzip ein Teufelskreis, der nur durch einen klaren Durchbruch beendet werden kann. Wenn man sich nur zwei- bis dreimal dazu überwindet, eine Zahnarztpraxis zu betreten, ist der mit Abstand schwierigste Teil bereits geschafft. Denn in diesen zwei- bis drei Sitzungen kann ein Zahnarzt bereits dafür sorgen, dass selbst an kaputten oder zerstörten Zähnen keine Schmerzen mehr auftreten. In den darauffolgenden Sitzungen kann er sich dann mehr auf die Reparatur fokussieren.

Wie lässt sich eine Dentalphobie überwinden?

Eine mögliche Herangehensweise, eine Dentalphobie zu überwinden, ist das Sich-vor-Augen-Führen der Konsequenzen, die mit einer permanenten Nicht-Behandlung einhergehen. Dazu gehören beispielsweise langfristige Kariesprobleme, Ablagerungen von Zahnstein und die damit einhergehenden, teilweise unerträglichen Zahnschmerzen. Da unter einem derartigen Gebissverfall aber auch die Optik leidet, sind mögliche Folgen einer Dentalphobie das Einbüßen der Gesichtsästhetik und infolgedessen psychische Belastungen und sogar Depressionen, weil man nicht mehr lächeln oder reden möchte, um den schlechten Zustand der Zähne gegenüber anderen nicht zu offenbaren.

Dentalphobie - Die Angst vorm Zahnarzt

Auch kann es helfen, zu verstehen, in welcher Geschwindigkeit und welchem Ausmaß ein Zahnarzt diese leidende Ästhetik wiederherstellen kann. Denn bereits in wenigen Sitzungen kann er beispielsweise zahnfarbene (also unauffällige) Füllungen einsetzen und braune Ablagerungen an den Zähnen mit speziellem Werkzeug entfernen.

Was den physischen Teil der Phobie angeht, so besteht heutzutage zu jedem Zeitpunkt der Behandlung die Möglichkeit für den Patienten, den Wunsch nach einer Betäubung zu äußern. Auf diese Art und Weise besteht auch für den behandelnden Zahnarzt die Möglichkeit, das Ausbleiben von Schmerzen auf jeden Fall garantieren zu können, was wiederum gut für die Psyche des Angstpatienten ist.

Zahnärzte lernen mittlerweile auch im Rahmen ihres Studiums und ihrer Ausbildung, dass sie sehr umsichtig mit der Psyche ihrer Angstpatienten umgehen müssen, damit diese überhaupt noch zur Behandlung erscheinen. In den meisten Fällen gehen sie während der Behandlung daher sehr kleinschrittig vor, informieren den Patienten über jeden einzelnen Behandlungsschritt und wie sich dieser wahrscheinlich anfühlen wird, wie lange er dauert, welche Instrumente zum Einsatz kommen, und so weiter.

Auch ein regelmäßiges Nachfragen, ob alles in Ordnung ist, oder das Angebot, dass der Patient sich durch Handzeichen bemerkbar machen kann, falls dem nicht so ist, sind ein hilfreiches Entgegenkommen, das Angstpatienten in fast allen Fällen sehr dankbar annehmen.

Fazit - Überwinden lohnt sich

Je länger ein Besuch beim Zahnarzt vermieden wird, desto schlechter der Zustand der Zähne, desto höher das Schmerzrisiko und die Schmerzintensität, desto ausgeprägter die Phobie. Man sollte sich daher auf jeden Fall vor Augen führen, dass Zahnärzte keine bösen Monster mit Bohrer sind, sondern mitfühlende Profis, die alles daran setzen, dass keine Schmerzen mehr auftreten und man nach kurzer Zeit sehr viel besser aussieht und sich daraufhin besser fühlt und unbeschwerter durchs Leben geht.

 

Bildnachweis: © xusenru