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Das Zahnfleisch – Die ''Haut'' unserer Zähne

Zähne sind im Prinzip Knochen. Sie bestehen aus einer harten Außenhülle, dem Zahnschmelz, und einem weichen Kern. Dieser ist unterteilt in Zahnwurzel und das Dentin, das die Wurzel umgibt. Die Härte des Zahnschmelzes dient dabei als Schutz für das Zahninnere, da dieses zur Durchblutung und zur Funktionalität der Zähne dient und davor bewahrt werden muss, dass schädliche Bakterien dorthin gelangen, die die Wurzel angreifen können.

Die vielen Funktionen unseres Zahnfleisches

Allerdings gibt es auch Bakterien, die sich an der groben Oberflächenstruktur des Zahnschmelzes festsetzen können. Die Rede ist hier von Karies. Damit die Zähne an anfälligeren Stellen, nämlich im Bereich des Übergangs zum Kiefer, diesen Bakterien nicht ausgesetzt sind, liegt über diesen Stellen das Zahnfleisch. Das Verhältnis kann man mit einem Eisberg im Meer vergleichen, von dem nur die Spitze aus dem Wasser ragt; ein Großteil von Eisbergen ist meist unter der Wasseroberfläche. Ebenso ist auch nur die Zahnkrone, in etwa ein Drittel eines jeden Zahns, der sichtbare Teil des Zahns, der aus dem Kiefer und dem Zahnfleisch herausragt.

Das Zahnfleisch erfüllt aber auch noch andere Funktionen. Zur Veranschaulichung kann dies mit einem Paket mit wertvollem Porzellan verglichen werden, das per Post verschickt wird. Das Porzellan wird nicht einfach in einen leeren Pappkarton gelegt, sondern um es vor Kratzern und dem Zerbrechen zu bewahren, wird es mit Schaumstoff oder ähnlichen weichen, dämpfenden Materialien umhüllt. Genau dies tut auch das Zahnfleisch. Würden unsere Zähne einfach nur in unserem Kieferknochen sitzen, gäbe es bereits nach kürzester Zeit Abreibungen und Bruchstellen an sowohl Zähnen als auch Kiefer. Da das Zahnfleisch allerdings noch dazwischenliegt, dient es ähnlich dem Schaumstoff wie ein abdämpfender Puffer. In der Mechanikbranche würde man von einer Gummidichtung sprechen, die erstens verhindert, dass Metall auf Metall reibt und sich gegenseitig zerstört und zweitens verhindert, dass schädliche Substanzen in die kleinen Zwischenräume gelangen kann.

Zahnfleisch und Zähneputzen – wie hängt das zusammen?

Damit sich weder am Zahnschmelz noch Zahnfleisch Bakterien ansammeln, müssen die Zähne regelmäßig geputzt werden. Damit ist nicht nur die Reinigung mit der Zahnbürste gemeint, sondern auch das Hinzunehmen von Zahnseide oder Interdentalbürsten, mit denen die Räume zwischen den Zähnen gesäubert werden, da die Zahnbürste dort nicht hingelangen kann. Zusätzlich können auch Maßnahmen wie beispielsweise eine Munddusche angewandt werden. Dabei wird mit einem Druckschlauch Wasser auf die zu reinigenden Stellen gespritzt, wodurch Plaque-Reste und Ablagerungen von Essensresten effizient beseitigt werden können. Beachte jedoch, dass keine dieser Maßnahmen das Reinigen mit der Zahnbürste ersetzt.

Ob du es glaubst oder nicht – auch das Zähneputzen hat einen kleinen Nachteil. Dieser besteht in der Tatsache, dass das Zahnfleisch extrem weich und sensibel gegenüber stärkeren Druckverhältnissen ist. Da es eine Schleimhaut ist, ist auch keine Oberhaut vorhanden, die das Zahnfleisch besonders schützen könnte. Infolgedessen entstehen bei jedem Zähneputzen (im besten Fall zwei- bis dreimal täglich), bei dem wir eigentlich Zähne und Zahnfleisch schützen wollen, kleinste Blutungen in und am Zahnfleisch. In diesen Momenten können sich vorübergehend kleinste Mengen an Bakterien im Zahnfleisch ansammeln, man spricht dabei auch von einer Bakteriämie. Allerdings ist diese vorerst kein Grund zur Beunruhigung, da es bei einer Bakteriämie zwar zu einer Ansammlung, aber so gut wie niemals zu einer Vermehrung und darauffolgenden Ablagerung der Bakterien in den Organen kommt. Im Zahnfleisch besteht kein ausreichend vorteilhafter Lebensraum, damit die Bakterien dies lange genug überleben könnten um sich überhaupt vermehren zu können.

Risiken fürs Zahnfleisch

Obwohl das Zahnfleisch als Dämpfer zwischen Zahn und Kieferknochen wirkt, gibt es zwischen Zahn und Zahnfleisch trotzdem noch einen winzig kleinen Hohlraum; dieser Bereich wird auch als Zahnfleischfurche bezeichnet. Diese Furche kann sich erweitern und/oder vertiefen, man spricht dabei von einer Zahnfleischtasche. Diese kann ohne Behandlung in kürzester Zeit zu Blutungen und Entzündungen führen, da sich in den Taschen Bakterien ansammeln und dort ungestört vermehren können. Erfolgt auch bei länger anhaltenden Symptomen keine baldige Behandlung, kann dies zu einer Parodontitis führen, einer Entzündungskrankheit, bei der das Zahnfleisch sich sukzessive zurückzieht und die Zahnhälse freilegt.